Vorsicht Sehnsucht

Drama, F/I 2009
Top besetzt

Top besetzt

"Vorsicht Sehnsucht" hat im Französischen den charmanten Titel "Les Herbes Folles", die verrückten Kräuter oder kurz: Unkraut. In Bildern fängt die Kamera (Eric Gautier) auch immer wieder ein, wie das Unkraut durch den Asphalt bricht, als Metapher für etwas im Leben, das sich unkontrollierbar seinen eigenen Weg sucht und nicht aufhalten lässt.

Mehr als 50 Jahre ist es her, da hat der Regisseur Alain Resnais gleich mit seinem Debüt das Kino geprägt: "Hiroshima, mon amour" aus dem Jahr 1959 galt als einer der einflussreichsten Vertreter der Nouvelle Vague, der neuen Welle des Films in Frankreich, die mit konventionellen Erzählstrukturen brach. Nun, mit 87 Jahren, bringt Resnais mit "Vorsicht Sehnsucht" wieder eine Liebesgeschichte in die Kinos. Auch sie trägt Resnais` originelle Handschrift und ragt in ihrer frischen Art aus dem gängigen Kino heraus. Die Protagonisten, deren Leben und Lieben Resnais auf so witzige wie kluge Weise erzählt. "Nach meinem Empfinden passt der Titel zu den Charakteren, die vollkommen irrationalen Impulsen folgen", sagt Resnais in einem Interview.

Marguerite, gespielt von Sabine Azéma - übrigens Resnais` Ehefrau - wird bei einem Schuhkauf in Paris die Handtasche entrissen. Ein Pensionist (André Dussollier) findet die Brieftasche der Frau. Er sieht ihr Foto, ihren Pilotenausweis und will sie unbedingt kennenlernen. Die Zahnärztin will davon zuerst aber nichts wissen, fühlt sich vielmehr belästigt von dem Mann - bis sich das Blatt wendet.

Resnais entfaltet, wie schon in dem surrealistische Filmklassiker "Letztes Jahr in Marienbad" (1961), eine skurrile Geschichte um Sehnsucht und Fantasie, die das Alltägliche überhöht. Wobei "Vorsicht Sehnsucht" ungleich leichter ist als "Letztes Jahr in Marienbad", in dem man nicht zwischen Traum, Erinnerung und Gegenwart unterscheiden kann. Ist dort vieles zwar beeindruckend, aber auch bedeutungsschwanger, besticht Resnais` neuer Film durch ein Art altersweise Lässigkeit.

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