Voll abgezockt

Komödie/Krimi, USA 2013
Melissa McCarthy spielt eine Frau auf Abwegen

Melissa McCarthy spielt eine Frau auf Abwegen

Im Vorjahr heimste Melissa McCarthy eine Oscarnominierung als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle der Megan im Überraschungshit "Brautalarm" ein. Damit schaffte die in den USA seit Jahren im Fernsehen bejubelte Komödiantin den Durchbruch ins Kino. Dort brilliert sie nun in der schrillen Komödie "Voll abgezockt".

In Europa hat die Schauspielerin Melissa McCarthy noch keinen Star-Status. Das wird sich mit der überdrehten Farce "Voll abgezockt" ändern. In den USA jedenfalls wurde der erste Kinofilm mit ihr in einer Hauptrolle ein enormer Erfolg. Die dort bisher als TV-Komödiantin bekannte amerikanische Version der deutschen Ulknudel Cindy aus Marzahn überzeugt mit viel derbem Witz und manch leisen Momenten als dreiste Diebin und Überlebenskünstlerin.

Melissa McCarthy spielt mit vollem Einsatz ihres üppigen, stark gepolsterten Körpers eine junge Frau auf Abwegen. Unter dem Namen Sandy Bigelow Patterson wirft sie in Florida mit Tausenden von Dollars um sich. Den Namen hat sie einem Finanzmanager im fernen Denver (Jason Bateman) gestohlen. Sie kennt durch einen Trick alle seine Daten und konnte so Kreditkarten zu seinen Lasten fälschen. Das bringt ihn an den Rand des Ruins und kostet seinen guten Ruf. Vor allem den will er zurück. Darum macht er sich auf an die Ostküste.

Der betrogene Finanzfachmann will die junge Frau, deren wahren Namen er nicht kennt, von Miami nach Denver holen. Denn nur, wenn er sie den dortigen Behörden ausliefert, kann der aufopferungsvolle Familienvater sein Leben wieder ordnen. Die gemeinsame Fahrt des ungleichen Paares quer durch die USA wird erwartungsgemäß für beide zu einer Reise zum jeweils eigenen Ich. Unerwartete Ereignisse, wie das Auftauchen mordlustiger Verfolger, sorgen dabei allerdings für jede Menge Action und Abenteuer brachial-komischer Art.

Melissa McCarthy drückt durchweg aufs Gaspedal. Nach dem Motto "Volle Fahrt voraus!" verkörpert sie zunächst nichts als eine Gaunerin übelster Sorte. Sie flucht wie ein Droschkenkutscher, wird gern mal handgreiflich und kennt auch sexuell keine Hemmungen. Geschmacksgrenzen sind ihr sowieso unbekannt. Jason Bateman variiert die von ihm schon in "Wie ausgewechselt" erfolgreich interpretierte Rolle des verklemmten Bürokraten dagegen geradezu sensibel mit Augenzwinkern, Ironie und Zurückhaltung.

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