Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen

Drama, D 2009
Äbtissin Hildegard sieht etwas

Äbtissin Hildegard sieht etwas

Nach Rosa Luxemburg nun Hildegard von Bingen: Drehbuchautorin und Regisseurin Margarethe von Trotta hat sich der Nonne (ca. 1098 - 1197) gewidmet, die im Mittelalter für die Rolle der Frauen neue Maßstäbe setzte.

Die im Benediktinerkloster Disibodenberg aufgewachsene Frau (Barbara Sukowa) entwickelt sich durch die Erziehung ihrer Mentorin Jutta von Sponheim (Mareile Blendl) zu einer Äbtissin, Seherin, Heilkundigen und Komponistin. Im Jahr 1150 gründet sie trotz Widerständen das Frauenkloster Rupertsberg. Als ihre geliebte Schülerin Richardis von Stade (Hannah Herzsprung) in ein weit entferntes Kloster berufen wird, gerät Hildegard selbst in eine tiefe, beinahe tödliche Krise. Aber die Kämpferin weiß, dass ihr Werk noch nicht vollendet ist.

Man wird in eine vergangene, fremde Welt geführt, die doch zumindest in manchen Punkten Parallelen zu der heutigen aufzeigt - Machtkämpfe, Neid, verbotene Zuneigung und wahre Liebe sind auch hier die zentralen Themen. Margarethe von Trotta ("Bleierne Zeit", "Rosa Luxemburg", "Rosenstrasse") schafft es, das düstere und triste Leben in dieser Zeit richtig zu betonen, ohne dabei die menschlichen und liebevollen Seiten der Figuren zu verdunkeln. Die körperliche Zuneigung zwischen einer Nonne und einem Mönch, das Buhlen um die Gunst der Leihgeber, oder die tiefe Liebe zwischen Mentorin und Schülerin wie die zwischen einer Mutter und ihrer Tochter, geben an einem Ort des Schweigens, des Gebets und des Gehorsams der Geschichte einen spannenden Hintergrund.

Mit hellem Licht zeigt Margarethe von Trotta die immer wieder in den Alltag einbrechenden religiösen Visionen, die Hildegard jahrelang für sich behielt. Ihre Visionen wurden von Papst Eugen III. anerkannt, sogar Kaiser Friedrich Barbarossa hörte auf ihren Rat. Die willensstarke, dem Leben zugewandte Frau durchbrach mit großem Mut die strengen kirchlichen Regeln, ohne ihr abgelegtes Gelöbnis auf die Treue zum Kloster und der Kirche zu brechen. Ihr Wirken reicht bis in die Gegenwart und ihre Kräuter- und Heilkunde ist heute populärer denn je. Auch ihre Kompositionen erleben seit mehr als zwanzig Jahren ebenfalls eine lebhafte Renaissance.

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