Vielleicht in einem anderen Leben

Drama, A 2010
Ursula Strauss in einem beklemmenden Drama

Ursula Strauss in einem beklemmenden Drama

Mit einer Operette ein Stück heile Welt in die trostlose Kriegszeit bringen: Der am 21. Jänner im Kino anlaufende Film "Vielleicht in einem anderen Leben" erzählt von einer Gruppe jüdischer Ungarn, die während der letzten Kriegstage im April 1945 auf dem Todesmarsch zum KZ Mauthausen in einen Heustadel gesperrt werden und sich mit "Wiener Blut" das Mitgefühl einer Bäuerin ersingen.

Was vor drei Jahren als Theaterstück "Jedem das Seine" von Silke Hassler und Peter Turrini in Klagenfurt uraufgeführt und heuer auch in Wien gezeigt wurde, wird nun von Regisseurin Elisabeth Scharang ("Franz Fuchs - Ein Patriot") auf die Kinoleinwand gebracht. Im Mittelpunkt des leisen, beklemmenden Dramas: Ursula Strauss und Johannes Krisch, die bereits gemeinsam in Götz Spielmanns oscar-nominiertem Drama "Revanche" brillierten. "Die Welt da draußen will uns töten. Deshalb müssen wir so tun, als wären wir in einer anderen." Nicht willens, sich seiner trostlosen Lage auszuliefern, will der Budapester Opernsänger Lou Gandolf (Peter Vegh) die 18 vom Todesmarsch geschwächten Mitgefangenen anspornen, mit Musik in "eine andere Welt" zu flüchten. Mit einer Privatvorstellung der Operette "Wiener Blut" möchte er sich der hilfsbereiten Bäuerin Traudl Fasching (Strauss) erkenntlich zeigen, die die Ungarn mit Nahrung versorgt. Nicht nur Mitleid für die todgeweihten Juden, die vor ihrer Überstellung ins KZ Mauthausen in einem Heustadel am Rande eines kleinen niederösterreichischen Dorfes eingesperrt wurden, treibt Traudl an.

Es ist gleichzeitig eine Auflehnung gegen ihren Ehemann Stefan (Krisch), der den Todesmarsch als Wächter begleitet hatte und wenig erfreut darüber ist, dass sein Stadel als vorübergehende Unterkunft herhalten muss. Umso zorniger reagiert er, als seine Frau sich den Musikproben anschließt - hatten sie doch einst gemeinsam mit ihrem Sohn musiziert. Seit dessen Kriegstod ist jegliche Musik und Liebe aus dem Haus des Ehepaares verschwunden. Traudl schließt sich den Ungarn schon bald musikalisch an, lehnt sich gegen Stefan auf: "Was hast denn gegen a bisserl Musik, is' eh alles so traurig." Schnell merkt der störrische, im Krieg verwundete Bauer, dass die Begegnung mit den ihm scheinbar so verhassten Juden die lang notwendige Verarbeitung der Trauer und die Rettung der Ehe bringen kann.

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