Viel Lärm um Nichts

Komödie/Drama, USA 2012
Shakespeare-Komödie in edlem S/W

Shakespeare-Komödie in edlem S/W

Als der Regisseur Joss Whedon im Spätsommer 2011 die Dreharbeiten zur Comicverfilmung "Marvel's The Avengers" beendet hatte, stand ihm vertraglich eine Woche Urlaub zu. Die nutzten Whedon und seine Frau, die Produzentin Kai Cole, um sich einen Wunsch zu erfüllen. Sie verfilmten in ihrem Privathaus in wenigen Tagen mit befreundeten Schauspielern Shakespeares populäre Komödie "Viel Lärm um Nichts".

Vor zwanzig Jahren inszenierte der britische Regisseur und Schauspieler Kenneth Branagh "Viel Lärm um Nichts" mit Hollywood-Starbesetzung in der sonnendurchfluteten Toskana. Joss Whedon bietet jetzt das Kontrastprogramm zu diesem sinnenfrohen Spektakel. Shakespeare in Suburbia, mit Helden in Anzügen und einem Schurken wie aus dem Film Noir.

In schwarzen Limousinen kommen Fürst Don Pedro (Reed Diamond) und seine Offiziere Benedikt (Alexis Denisof) und Claudio (Fran Kranz) nach gewonnenem Krieg an den Hof von Fürst Leonato (Clark Gregg). Man trifft sich in der geräumigen Wohnküche, die Frauen schälen gerade Kartoffeln. Auf der Stelle verliebt sich Claudio in Leonatos einzige Tochter Hero (Jillian Morgese). Die Liebe wird erwidert, in ein paar Tagen soll Hochzeit gefeiert werden, aber der Intrigant Don Juan (Sean Maher) tut alles, um das junge Glück zu zerstören.

Die Machenschaften, die Heros Ruf in den Schmutz ziehen, sind alles andere als harmlos. Immer wieder tauchen Paparazzi auf. Shakespeares Welt und das moderne Showbiz mit seiner Lust am Skandal berühren sich. Dazwischen wird viel Wein, es gibt Poolpartys mit Popmusik, und zwei tölpelhafte Detektive decken das Komplott auf, für das die Liebenden blind waren.

Spannender und auch dankbarer für die Schauspieler sind die Verbal-Scharmützel, die sich der etwas reifere Benedikt mit seiner Beatrice (Amy Acker) liefert. In Branaghs Version von 1993 spielten der Regisseur selbst und seine damalige Ehefrau Emma Thompson die Streithähne.

Der Einsatz von Joss Whedon und Kai Cole hat sich durchaus gelohnt - Whedons Adaption in Schwarz-Weiß liefert zwar keine neue Sichtweise auf das um 1.600 entstandene Stück, überzeugt aber mit Tempo, Texttreue, Spielwitz, Seitenhieben auf die Promiwelt und engagierten Akteuren.

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