Vergiss mein nicht!

Komödie/Romanze, USA 2004
Gehirnwäsche für Jim Carrey und Kate Winslet

Gehirnwäsche für Jim Carrey und Kate Winslet

Junge Frau verlässt jungen Mann. So was kommt eben manchmal vor. Aber Joel Barish, der junge Mann, leidet nicht nur daran, dass ihm Clementine, die junge Frau, den Laufpass gegeben hat. Mehr noch hadert er damit, wie schnell und radikal sie ihn offenbar vergessen hat. "Vergiss mein nicht!" hält aber einige Überraschungen bereit.

Joel beschließt, seinen Qualen ein Ende zu setzen und nun seinerseits auch Clementine zu vergessen - mit Hilfe der gleichen Firma und mit der gleichen Gehirnwäsche. Aber was eine wirklich ganz große Liebe ist, die lässt sich auch mit den raffiniertesten Methoden wissenschaftlichen 'Fortschritts' nicht einfach vertreiben. Und außerdem wird auch der skrupellose Erfinder dieses gezielten Gedächtnisschwunds mit einem peinlichen Seitensprung konfrontiert, den er schon entsorgt zu haben glaubte. Doch niemand wird letztlich die Vergangenheit los, und das ist wohl auch gut so.

"Vergiss mein nicht!" heißt der amerikanische Film, der diese Geschichte erzählt. Regie führt bei seinem zweiten Kinofilm der junge Michel Gondry. Doch der eigentliche Star hinter der Kamera ist der genialische Drehbuchautor Charlie Kaufman, der mit den Vorlagen für die ungewöhnlichen Kinoproduktionen "Being John Malkovich" und "Adaption" einen Ruf als derzeit innovativster Schreiber Hollywoods erworben hat. Solch ein Ruf verpflichtet, aber belastet auch.

Denn der Autor soll nun immer besonders originell, seine Geschichten sollen besonders labyrinthisch, seine Figuren besonders unverwechselbar sein. Solche Ansprüche überfordern auf Dauer jeden, selbst einen wie Kaufman. So ist "Vergiss mein nicht!" ein zu komplizierter und zu konstruierter, kurzum ein zu verwirrender Film geworden. Gewiss bereitet es gewissen Spaß, wenn die Dramaturgie nicht so schematisch-absehbar wie in den meisten Hollywood-Produktionen abläuft.

Und die Besetzung mit Jim Carrey und Kate Winslet in den Hauptrollen ist ja ohne Frage erstklassig. Carrey, der als Komiker berühmt wurde, kann sein schauspielerisches Potenzial endlich voll entfalten. Winslet hingegen zeigt sich in ungewohnten Haarfarben, ihre Spielfreude ist spürbar. Auch Kirsten Dunst und Tom Wilkinson in den wichtigsten Nebenrollen haben dankbare darstellerische Aufgaben.

Gleichwohl wird der Betrachter das Gefühl nicht los, eine Geschichte zu verfolgen, deren Bedeutsamkeit mittels etlicher Verschachtelungen ausgestellt werden soll, weil der Autor der Grundidee, nämlich der gelöschten Erinnerung, selbst nicht ganz traut. In den USA hat der Film ziemlich gefloppt. Er wird wohl auch hier zu Lande nur ein beschränktes Publikum finden. Das liegt nicht daran, dass er dieses überfordert, sondern zu selbstverliebt herausstellt, wie kompliziert sich das zeigen lässt: Junge Frau verlässt jungen Mann - aber nicht für immer. Doch wie gesagt: Die große Liebe vergisst man nicht.

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