Vento di Terra

Drama/ , I 2004
Präzise inszenierter und politisch subtiler Film

Präzise inszenierter und politisch subtiler Film

Der 18-jährige Enzo lebt mit seiner Familie in einer Vorstadt von Neapel. Als sein Vater stirbt, muss er plötzlich erwachsen werden. Entschlossen macht er sich im italienischen Film "Vento di Terra" von Vincenzo Marra an die Lösung von Problemen, mit denen er bisher noch nie konfrontiert war. Der Film lief bei der Viennale 2004.

Angesichts der vielen Obdachlosen, die ihm auf einer New York-Reise auffielen, beschäftigte Marra die Frage: Was passiert eigentlich, wenn man völlig grund- und schuldlos von einem Schicksalsschlag getroffen wird, der die Existenz gefährdet? Und er schuf einen präzise inszenierten Film mit subtilen politischen Statements.

Marra konstruiert seinen Film, indem er kurze Momente hernimmt und diese stets mit narrativen Überraschungen unterbricht. Zwischen diesen Sprüngen landen wir in Szenen, in denen Vincenzo dem Heer beitritt, seine Schwester besucht, die in eine andere Stadt gezogen ist, oder mit seiner Mutter in Kontakt tritt. Eines Tages findet sich Enzo im Kosovo wieder, wo er ein bestürzendes neues Kapitel seines Lebens beginnt.

Von Anfang bis Ende lässt Marra einen rätseln, was schlussendlich mit dem Leben der Charaktere wohl geschehen mag. "Seine Gabe, komplexe Gefühle und größere soziale Zusammenhänge erschöpfend zu konzentrieren, extrem viel in nur einer Sequenz, mit ganz wenigen Bildern zu erfassen, ist geradezu unheimlich", so Christoph Huber im Text zur Viennale.

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