Va, vis et deviens - Geh und lebe

Drama/ , F/BR/IL/I 2005
Kleiner Junge auf Identitätssuche

Kleiner Junge auf Identitätssuche

Äthiopien Mitte der 80er Jahre. Als es um die Jahreswende 1984/85 zu einer Hungerkatastrophe kommt, gelangen mit Hilfe Israels und der USA mehrere Tausend äthiopischer Juden nach Israel. Im Mittelpunkt von Radu Mihaileanus Film "Va, vis et deviens" ("Geh und lebe") aber steht ein schwarzer Junge, der sich als Jude ausgibt, um dem Hungertod zu entkommen.

Eigentlich gehörte kein einziger der Vorfahren des Jungen jemals zum jüdischen Volk. Der Junge aber gelangt ins Heilige Land, gilt dort als Waise und wird von einer sephardischen Familie, die aus Frankreich eingewandert ist, adoptiert. Er wächst in Tel-Aviv auf - stets in Sorge, dass die Wahrheit ans Licht kommen und er als zweifacher Lügner überführt werden könnte. Denn er ist weder Jude noch Waise, sondern einfach ein schwarzer Junge.

So wächst er heran. Er lernt die Liebe kennen, das Judentum, die westliche Kultur, aber auch rassistische Vorurteile und den Krieg in den besetzten Gebieten. Und so wird aus ihm ein jüdisch-israelisch-französischer Bürger - aber nie wird er seine Mutter vergessen und seine ursprüngliche Identität. Er ist ein Äthiopier, der überlebt hat.

"Die Menschen werden allzu oft nach alten und überholten Stereotypen beurteilt: Araber, Juden, Rumänen, Franzosen, Deutsche", sagte der Regisseur im Vorfeld der Berlinale, wo der Film im "Panorama" lief. "Dieses Kind, das da heranwächst, ist in meinen Augen das Kind dieses Jahrhunderts. Es schließt einen Kompromiss mit dem Irrsinn der Geschichte. Während des Zweiten Weltkriegs hätte ihm die gleiche Lüge, die ihm 1984 das Leben rettete, ohne Zweifel den Tod gebracht."

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