Unterwegs nach... Heimat

Dokumentation/ , A 2004
Das Leben der Bergbauern ist beschwerlich

Das Leben der Bergbauern ist beschwerlich

"Geisterweiler" wird er auch genannt - der kleine Osttiroler Ort Gassen. In ihrem einfühlsamen Dokumentarfilm "Unterwegs nach... Heimat" zeichnet Regisseurin Barbara Gräftner das Schicksal einiger Menschen, deren Lebensweg mit diesem kleinen Bergbauerndorf verbunden ist, nach.

Dabei gibt die Regisseurin - die sich jeden wörtlichen Kommentars enthält - dem Zuseher die Möglichkeit des Miterlebens und Mitfühlens und stößt ihn an, durch die Betrachtung anderer Lebensweisen die eigene zu hinterfragen.

Bis in die 1960er Jahre war das auf rund 1.600 Metern gelegene Gassen ein ganz normales Bauerndorf in den hohen Tauern von Osttirol. Als Gräftner vor vier Jahren das erste Mal dorthin kam, waren seine Höfe bis auf einen, den ein altes Geschwisterpaar bewohnte, verwaist. Keine Straße, nur ein steiler Fußweg und eine windschiefe Materialseilbahn führen in den uralten Weiler mit den einsamen Geschwistern.

Die Wende verursachte im Jahr 1965 ein katastrophaler Murenabgang: Zwei Häuser und sechs Menschen wurden getötet. Danach sind viele Bewohner ins Tal gezogen. Einige von ihnen leben noch: Beispielsweise der 56-jährige Bauer Crysanth, der als junger Mann in der Mure einen Teil seiner Familie verlor. Ihm gehört ein Großteil der steilen Wiesen um Gassen, er lebt aber mit seiner Familie seit dem Unglück im Tal. Das entscheidende historische Ereignis in der Geschichte des Weilers kommt erst nach rund 90 der insgesamt 137 Minuten der Dokumentation zur Sprache. Bis dahin widmet sich Gräftner dem Alltag der in Gassen und Umgebung lebenden und arbeitenden Menschen.

Vier Jahre lang ist Gräftner mit ihrem Kameramann Robert Winkler immer wieder nach Gassen gekommen, hat das Leben der Bergbauern und die Veränderungen in der schönen Landschaft mitverfolgt, berührende und auch komische Momente festgehalten.

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