Und wenn wir alle zusammenziehen?

Komödie, F/D 2011
Eine Alternative zum Altersheim: Die Senioren-WG

Eine Alternative zum Altersheim: Die Senioren-WG

Von der Außenwelt überfordert oder übersehen versuchen sich die Paare Annie und Jean, Albert und Jeanne sowie der ewige Womanizer Claude als selbst organisiertes Kollektiv. Die französisch-deutsche Komödie "Und wenn wir alle zusammenziehen?" von Stephane Robelin versucht den Spagat zwischen liebevoller Darstellung und ungeschöntem Blick auf das Alter.

Die Grundidee scheint vielversprechend: Fünf langjährige Freunde, mit den Herausforderungen des Alters konfrontiert und von grundverschiedenem Naturell, gründen eine Wohngemeinschaft. Robelin, der auch das Drehbuch zur recht sentimental-angehauchten Geschichte verfasste, kann hier auf große Namen zurückgreifen: Jane Fonda als selbstbewusste Jeanne, die niemandem etwas von ihrer lebensbedrohlichen Krankheit erzählt, ihr Mann Albert (Pierre Richard), dessen Demenz sich zusehends verschlimmert, oder Claude Rich als sexuell aktiver Fotograf Claude, der nach einem Herzinfarkt im Beisein einer Prostituierten von seinem Sohn flugs ins Altersheim verfrachtet wird. Dass sich die rüstigen Herrschaften das nicht gefallen lassen, versteht sich von selbst.

Und so zieht man im beschaulichen Pariser Vorort in das Haus der biederen Annie (Geraldine Chaplin) und des Alt-Aktivisten Jean (Guy Bedos). Zur Unterstützung wird der junge Student Dirk (Daniel Brühl) angeheuert, der - wie es der Zufall will - seine Doktorarbeit über die Situation alter Menschen schreibt. Während das Quintett aber nicht nur erfolgreich in Dirks Leben interveniert, sieht es sich selbst zusehends mit neuen Problemen, handfesten Streitereien und alten Wunden konfrontiert. Dazwischen wird ein Swimmingpool angeschafft, das Haus unter Wasser gesetzt, Viagra getestet oder ein halbes Rind für die nicht vorhandene Vorratskammer bestellt.

Robelin versucht abseits von Klischees an den Film heranzugehen und hat dabei keine Angst vor Tabu-Themen, kann sich allerdings zwischen leichtfüßigem Charme der Erzählung und ernstem Tenor nicht so recht entscheiden. Immer wieder scheitert "Und wenn wir alle zusammenziehen?" an seinen eigenen Ambitionen und dem zu sprunghaften Drehbuch, wodurch Handlung wie atmosphärischer Zusammenhalt bruchstückhaft bleiben.

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