Und in der Mitte, da sind wir

Dokumentation, A 2014
Die Doku porträtiert Lebenswelten

Die Doku porträtiert Lebenswelten

Im Mai 2009 kam es in Ebensee zu einer rechtsradikalen Störaktion von Jugendlichen während einer KZ-Gedenkfeier. In seiner Doku "Und in der Mitte, da sind wir" porträtiert Sebastian Brameshuber in seinem zweiten abendfüllenden Dokumentarfilm die jugendlichen Lebenswelten in dem Ort. Der Film lief dieses Jahr im Panorama der Berlinale.

Brameshuber hat für seinen Film drei Jugendliche ein Jahr lang begleitet und den komplizierten Prozess zwischen Selbstfindung und Persönlichkeitsbildung, "zwischen Brauchtum und McDonald's", wie es im Programmtext heißt, eingefangen. Er lässt seine drei Protagonisten reden, hakt hin und wieder auch selber nach, und er hinterfragt auch bei deren Eltern den Umgang mit der NS-Zeit und ihre Haltung zur Gedenkkultur.

War die Störaktion nun ein Lausbubenstreich oder Wiederbetätigung? Während sich die internationale Presse einig war, trifft Brameshuber mit seinen Fragen in Ebensee auf eine abwehrende Haltung. Mit dem Gedenken müsse es auch einmal vorbei sein, heißt es etwa einmal, man solle sich doch besser den heutigen Verbrechen wie der grassierenden Korruption widmen.

Und für die Jugendlichen ist der KZ-Friedhof schlichtweg "fad - da kennt man ja schon alles". Brameshubers Doku sagt teils mehr über die Befindlichkeiten dieses Landes aus, als es dem Zuseher lieb wäre - und das mit einem nüchternen, klaren und undidaktischen Blick auf Augenhöhe.

Kinotipps
Die Kanadische Reise

Die Kanadische Reise

Kleine Lügen, große Geheimnisse!

Kinotipps
Abschied von den Eltern

Abschied von den Eltern

Eindlingliche Schilderung einer Flucht vor den Nazis

Kinotipps
Meine teuflisch gute Freundin

Meine teuflisch gute Freundin

Gewitzte Teenie-Komödie

Kinotipps
Fate/Stay Night: Heaven's Feel - I. Presage Flower

Fate/Stay Night: Heaven's Feel - I. Presage Flower

Anime-Schlacht um den heiligen Gral

Kinotipps
Am Strand

Am Strand

Liebesdrama im prüden England der 1960er-Jahre

Kinotipps
Nicht ohne Eltern

Nicht ohne Eltern

Eine herzliche Liebeserklärung an einen „Verrückten“