Umrika

Komödie/Drama, IND 2015

Ramakant träumt von Umrika - Amerika

Raus aus der Armut, Geld verdienen in Amerika - mit diesem Vorsatz zieht es den jungen Inder Udai aus seinem armen Dorf in die Ferne. Jahrelang ist er weg, lässt lange nichts von sich hören - dann kommen Briefe, die für die Dorfgemeinschaft Hoffnung bedeuten. "Umrika", so heißt Amerika auf Hindi und so heißt die indische Tragikkomödie von Prashant Nair, die nun im Kino startet.

Fernab vom seichten Bollywood-Tanzlärm wirft der Film einen schonungslosen Blick auf die Armut in dem Riesenland. Voller Sehnsucht nach einem besseren Leben saugen die Menschen die Berichte aus Amerika auf. Doch etwas stimmt nicht, das Drama nimmt seinen Lauf. Hauptdarsteller Suraj Sharma startete mit "Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger" sehenswert in seine Kinokarriere. In einer "Homeland"-Staffel hatte er eine tragende Rolle als pakistanischer Bub, der zwischen die Fronten von Geheimdiensten und Gotteskriegern gerät.

In "Umrika" spielt Sharma den kleinen Bruder, der begeistert die Briefe aus Amerika liest. Berichte von Halloween, diesem komischen Verkleidungsfest, oder von Thanksgiving, an dem merkwürdige Tiere gegessen werden. Humorvoll verdrehen die Filmemacher die Sicht des Publikums - das für westliche Zuschauer Bekannte wird als etwas Fremdes dargestellt, das Staunen über amerikanische Ringerinnen und Menschenmassen in New York ist in dem Film groß. Der Bruder schickt Geschenke, mit denen die Dorfbewohner nichts anfangen können und sich dennoch freuen, etwa ein rosa Sparschwein.

"In Amerika ist alles möglich", heißt es in den Briefen. Der Begriff Amerika wird zur Projektion der Sehnsüchte und Wünsche der Dorfbewohner - und der abwesende Bruder zum gefeierten Helden. Nach einem Todesfall will sich der kleine Bruder selbst auf den Weg in das angeblich gelobte Land begeben.

Die Filmemacher lassen sich Zeit, um das Leben der Figuren realitätsnah zu beschreiben - das ist Stärke und zugleich Schwäche von "Umrika". Indische Leinwandwerke sind häufig so klischeebeladen, dass sie von dem Land selbst nur in rosaroten Unschärfen erzählen. Etwas mühselig ist hingegen, dass die Story nur schwer in die Gänge kommt. Dass etwas nicht stimmt mit dem USA-Ideal, ahnt der Betrachter rasch. Immerhin gibt es zwei gelungene Plot-Wendungen, die etwas Abwechslung versprechen.

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