Über Wasser

Dokumentation/ , A 2007
Am einst riesigen Aralsee herrscht heute Wassermangel

Am einst riesigen Aralsee herrscht heute Wassermangel

"Darwin's Nightmare", "We Feed The World", "Unser täglich Brot" - die Liste österreichischer Dokumentarfilme zum Thema Globalisierung ist wieder um eine Produktion länger. Der Steirer Udo Maurer beleuchtet in "Über Wasser" die wertvollste natürliche Ressource in Zeiten von Klimawandel und wirtschaftlichem Profitstreben an drei ganz unterschiedlichen Schauplätzen der Erde.

Der Film kommt ohne belehrenden Off-Kommentar aus. Aber noch lange nach Verlassen des Kinosaals lassen einen die eindrucksvollen Bilder von "Über Wasser" nicht los. Zu grausam waren die Geschichten der Menschen, die gegen das Zuviel und Zuwenig des lebensnotwendigen Elements in ihrem täglichen Leben kämpfen. Man nimmt sich vor, Wasser künftig nicht mehr als völlig selbstverständlich hinzunehmen und sparsamer damit umzugehen. Udo Maurer beleuchtet das Thema von zwei unterschiedlichen Blickwinkeln, denn was des einen Freud, kann gleichzeitig der andern Leid sein: "Über Wasser" thematisiert nicht nur den verheerenden Mangel an Wasser, sondern auch seinen ebenso gefährlichen Überfluss.

Im Mündungsgebiet des Brahmaputra in Bangladesch gibt es Massen von Wasser. Die Menschen können sich des Flusswassers nicht erwehren, Tag für Tag rückt es ihnen weiter auf den Leib. Die Überschwemmungen rauben den Menschen nicht nur ihre Lebensgrundlage, sondern auch ihren Wohnraum. Ständig sind die Menschen auf der Suche nach einen neuen Stücken Land, dass sie bewirtschaften können. Hervorragende Aufnahmen machen die permanente Feuchtigkeit und Nässe spürbar.

Anders ist die Situation in der ehemaligen Hafenstadt Aralsk am Aralsee in Kasachstan. Der Wasserspiegel des vormals viertgrößten Binnensees der Erde sinkt seit Jahren kontinuierlich, Fischerschiffe liegen mittlerweile wie vom Himmel gefallen in der Wüste. Die Stadt ist verarmt, die Fischfabriken haben schon vor langer Zeit ihre Pforten geschlossen. Auch tausende Kilometer weiter südwestlich leiden die Menschen unter massivem Wassermangel: Schauplatz ist Kibera, der größte Slum in Kenias Hauptstadt Nairobi. Wasser ist hier eine kostspielige Ware, akribisches Management wird betrieben, um das kostbare Gut so ökonomisch wie möglich zu nutzen.

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