Tsotsi

Krimi/Drama, GB/ZA 2005
Oscar für den besten fremdsprachigen Film

Oscar für den besten fremdsprachigen Film

Tsotsi (Presley Chweneyagae) hat einen bezeichnenden Namen - er bedeutet im Slang Gangster. Das mit dem Oscar als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnete Drama zeigt sechs Tage im Leben des 19 Jahre alten Tsotsi in Südafrika zehn Jahre nach dem Ende der Apartheid.

Die gute Laune ist trügerisch. Jugendliche tanzen durch eine Bretterhütte, afrikanische Rhythmen, fröhliches Lachen. Doch am Nebentisch streiten sich vier Straßengangster - bei einem Überfall haben sie einen alten Mann erstochen. "Wir sind zu weit gegangen", sagt einer, ein anderer rastet aus, schlägt ihn krankenhausreif und flüchtet in die Millionenstadt Johannesburg bei Nacht. Die fröhliche Musik ist längst verstummt. Der da aus dem Township rennt, nennt sich Tsotsi. Der Film zeigt sechs Tage im Leben des 19 Jahre alten, ehemaligen Straßenkinds, das nichts gelernt hat als Brutalität. Aber Regisseur Gavin Hood und Autor Athol Fugard erzählen keine Gangsterstory. Sie zeigen das "neue" Südafrika - wo es mehr als ein Jahrzehnt nach dem Ende der Apartheid steht, wovon es nun noch träumt, seine Zerrissenheit, seine sozialen Probleme.

Auf der einen Seite stehen Tsotsis Kumpel, die tagsüber auf Raubzug gehen und abends die Beute in Township-Kneipen verzechen. Auf der anderen Seite der Stadt haben sich Südafrikas Wende-Gewinner in schicken Villen hinter Mauern, Stacheldraht und Alarmanlagen eingerichtet. Doch der Film zeigt auch den Frohsinn im Township und vor allem die Suche nach dem kleinen Glück. Passend dazu hämmert im Soundtrack der aus den Townships in die Charts gelangte "Kwaito"-Beat, der sich längst amerikanischer HipHop-Posen und des Traums vom schnellen Geld bedient. In Tsotsis müden Augen spiegeln sich dagegen keine Träume - bis er auf eine schwarze Vorstadt-Frau schießt, ihre Limousine stiehlt und zu spät bemerkt, dass er darin auch ihr Baby mitgenommen hat. Im verschrobenen Versuch, die Fehler des eigenen Vaters nicht zu wiederholen, will sich Tsotsi um den Knirps kümmern.

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