Tropic Thunder

Action/Abenteuer, USA/D 2008
Ben Stiller und Robert Downey Jr. im Kriegseinsatz

Ben Stiller und Robert Downey Jr. im Kriegseinsatz

Ben Stiller ist nichts heilig. Das beweist er nun einmal mehr mit einer deftigen Komödie über den Vietnamkrieg. Der US-Hit "Tropic Thunder" ist eine Parodie auf die Darstellung des Krieges in den US-Medien. An der Seite von Stiller, der auch Regie führte, spielen Tom Cruise, Nick Nolte, Jack Black und Robert Downey Jr., der den Darsteller eines afroamerikanischen US-Soldaten mimt.

Die Handlung ist eine Art Film im Film: Auf einem Set eines Actionstreifens in Vietnam greift ein unerfahrener Regisseur zu drastischen Mitteln, um mit seinen abgehalfterten Stars einen authentischen Kriegsfilm zu machen. Er setzt sie als amerikanische Soldaten kostümiert im Urwald aus. Versteckte Kameras sollen ihren Marsch durch inszenierte feindliche Linien festhalten. Doch die Feinde gibt es wirklich: In der Nähe campiert eine schwerbewaffnete Drogenbande, die alsbald Jagd auf die ungebetenen Gäste macht. Die jedoch halten den Beschuss für ungefährliche Knallkörper und so stürzen sich die verweichlichten Leinwandstars unerschrocken in den Nahkampf.

Einen Wettbewerb der Filmzitate würde "Tropic Thunder" wohl gewinnen alle paar Minuten flimmern nachgestellte Bilder von "Apocalypse Now" oder "Platoon" über die Leinwand. Auch Werke über Behinderte wie "I Am Sam" oder Abenteuerklassiker wie "Crocodile Dundee" bekommen ihr Fett weg. Witze über Kindersoldaten und Adoptivkinder runden den reigen an makabren bis geschmacklosen Scherzen ab.

Und schließlich wird der Oberflächenkult der Traumfabrik Hollywood in Gestalt eines eiskalten Produzenten (Cruise) und eines Sunnyboy-Agenten (Matthew McConaghey) ironisch dargestellt. Stiller mimt mit gewohnt komischen Blicken einen Star, der den Misserfolg seiner letzten Rolle als geistig Behinderter "Simple Jack" noch nicht verwunden hat. Robert Downey Jr. tritt als afroamerikanischer G.I. auf und Nick Nolte als übertrieben verlotterter Kriegsveteran ohne Hände.

Bei der Menge an verschiedenen, skurrilen Einfällen drängt sich ein Verdacht auf, den der Kritiker John Hazelton im Kino-Branchenblatt "Screen International" so formuliert: "Es gibt einige echte Lacher, aber es hat wohl mehr Spaß gemacht, den Film zu machen, als ihn sich anzusehen." In den USA bekam "Tropic Thunder" aber überwiegend positive Kritiken. Im "Time Magazine" wurde der Streifen als "Nadelstich auf den Helium-Ballon vom Hollywood-Ego" gelobt.

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