Tron: Legacy

Action/Abenteuer, USA 2010
Eine Legende lebt weiter

Eine Legende lebt weiter

Es kann gefährlich sein, sich im Cyberspace aufzuhalten - vor allem dann, wenn man ins System gezogen wird. Diese Erfahrung musste Jeff Bridges bereits 1982 im legendären Science-Fiction-Klassiker "Tron" sammeln, als er als Programmierer Kevin Flynn in die Computerwelt teleportiert wurde. Nun kehrt Bridges mit dem dynamischen 3D-Spektakel "Tron Legacy" wieder in die Kinos zurück.

Diesmal ist es an Flynns Sohn Sam (Garrett Hedlund), der nach dem Verschwinden seines Vaters vor zwei Jahrzehnten zum ziellosen 27-Jährigen herangewachsen ist, in die digitale Welt einzusteigen. Dort trifft er auf der Suche nach dem Vater auf dessen jugendlichen Digitalklon Clu, der als Alleinherrscher den Cyberspace auf faschistoide Gleichschaltung getrimmt hat und Sam bedroht. Dieser findet auf der Flucht jedoch auch noch seinen wirklichen Vater, der seit Jahren an der Rückkehr in die reale Welt gehindert wird und sich als eine Art Zen-Mönch gleichsam seinem Schicksal ergeben hat. Gemeinsam mit dem Zögling des Vaters, Quorra (Olivia Wilde), nutzen sie die Chance, dass das Portal zur Realwelt nach Sams Eindringen noch offen ist, und fliehen - verfolgt von Clu und seinen Soldaten.

"Tron Legacy" nimmt das Vermächtnis der Vorlage samt einer gewissen 80er-Jahre-Ästhetik gekonnt auf, behält das Setdesign in Grundstrukturen bei. So wird in der Digitalwelt noch mit Disketten gearbeitet, die als Memorystick am Rücken der lebenden Programme angebracht sind - aber praktischerweise auch als Kampfboomerang verwendet werden können. Auch werden in der von Clu beherrschten Welt wieder tödliche (Computer)spiele veranstaltet, während Darsteller Michael Sheen, bekannt als Tony Blair aus Stephen Frears' "Die Queen", den Barbesitzer Castro als Ziggy Stardust-Pardodie gibt. Selbst die französische Houseformation Daft Punk nimmt gekonnt die Anmutung des Originalsoundtracks der Synthesizerpionierin Wendy Carlos auf. Für die nahtlose Übernahme dürfte nicht zuletzt der damalige Regisseur Steven Lisberger gesorgt haben, der bei der Neuauflage als Produzent fungiert und Regiedebütant Joseph Kosinski zur Seite stand.

Zugleich bedient sich die Fortsetzung bei zahlreichen weiteren Werken der Science-Fiction-Geschichte. So hat sich Vater Flynn als weises Zen-Männchen im Obi-Wan-Kenobi-Mantel in sein reinweißes Feng-Shui-Designerappartement zurückgezogen (dessen Ausstattung gutteils in der Merchandising-Kampagne erworben werden kann). Da seine "Wir tun nichts"-Philosophie der Dynamik des Plots wohl etwas geschadet hätte, kommt die jugendliche Forschheit des Sohnes stärker zu tragen. Und Vater Flynn zieht schließlich im Look von Zauberer Gandalf aus "Herr der Ringe" in die Schlacht.

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