Triple 9

Action, USA 2016

Im Auftrag der Russenmafia muss ein Polizist sterben

Wem Atlanta bisher nicht als eine der gefährlichsten US-Städte geläufig war, der gewinnt diesen Eindruck spätestens bei diesem Film: Im Actionthriller "Triple 9" regiert die Gewalt - von rivalisierenden Gangs, der Russenmafia und korrupten Polizisten. Serviert wird die Geschichte von Regisseur John Hillcoat mit hochkarätigem Ensemble und überladener Handlung.

Eigentlich hätte es ihr letzter großer Banküberfall werden sollen: Gemeinsam mit den Kriminellen Michael (Chiwetel Ejiofor), Russell (Norman Reedus) und dessen Junkie-Bruder Gabe (Aaron Paul) stehlen die korrupten Polizisten Marcus (Anthony Mackie) und Franco (Clifton Collins, Jr.) spektakulär ein Bankschließfach, dessen Inhalt die kürzliche Inhaftierung des russischen Mafiabosses Vlaslov kippen könnte. Doch die Frau des Mafiosos, Irina (Kate Winslet), weigert sich zu zahlen, ehe die Truppe einen weiteren, unmöglich scheinenden Auftrag erfüllt: den Einbruch in ein Regierungsgebäude, das weitere Daten über ihren Mann lagert. Ein ermordeter Russell dient als Beweis, wie ernst es der "Zarin" damit ist.

Als einzigen Weg, die Arbeit zu erledigen, sehen die Männer den Polizeicode "999": Der steht für einen getöteten Polizisten, und lässt bei Auslösen sämtliche Einsatzfahrzeuge der Stadt anrücken. Damit sie also ungestört im streng bewachten Gebäude werken können, muss ein Polizist andernorts sterben. Als perfektes Opfer erscheint ihnen Marcus' neuer Partner Chris (Casey Affleck), ein naiver Idealist, der dank seines Onkels, Polizeichef Jeffrey Allen (Woody Harrelson), in das gefährlichste Viertel der Stadt versetzt wurde. Doch als der in die gelegte Falle tappen soll, geht etwas schief - und der Plan für keinen Beteiligten so aus, wie gedacht...

Allein die Dichte an prominenten, großartigen Schauspielern in "Triple 9" ist beachtlich. Vor allem Affleck ("Gone Baby Gone") sticht in der Rolle des plan-, aber auch furchtlosen Neulings hervor, und Winslet ("Steve Jobs") ist in der für sie untypischen Rolle der skrupellosen Interimsmafiachefin schlicht ein Genuss. Gebettet wird all das in eine trostlose, brutale Welt, in der Gang-Posen reichlich tätowierter Mexikaner wie Dekoration wirken.

Stellenweise kommen Actionfans auf ihre Kosten: Es geht in Videospielmanier wummernd-laut, rasant und testosteron-getränkt zu, die Verfolgungsjagden sind beeindruckend inszeniert und die Schusswechsel zahlreich. Eine Kameraeinstellung aus der Vogelperspektive von den Autobahnumwindungen Atlantas, über die nach dem "Triple 9"-Code Wägen mit Blaulicht rasen, bleibt im Gedächtnis. Am Ende aber kann der australische Regisseur John Hillcoat ("The Road") nicht ganz einlösen, was er mit seinem Cast verspricht.

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