Transcendence

GB/RC 2014
Johnny Depp als hochbegabter Wissenschafter

Johnny Depp als hochbegabter Wissenschafter

Seit Beginn der Filmgeschichte geistern künstliche Wesen über die Leinwände. Angefangen vom mythenumrankten "Golem" über diverse "Frankenstein"-Monster bis zu den Geschöpfen in James Camerons "Avatar". Nun kommt der Thriller "Transcendence" in die Kinos, in dem Wally Pfister die bedrohliche Vision einer Zukunft entwirft, in der man menschliches Bewusstsein mit künstlicher Intelligenz verbindet.

Erzählt wird die Geschichte des hochbegabten Wissenschafters Dr. Will Caster (Johnny Depp), der zusammen mit seiner Ehefrau Evelyn (Rebecca Hall) und seinem besten Freund Max (Paul Bettany) einen Supercomputer entwickelt hat. Als Will bei einem Attentat von radikalen Technologiefeinden schwer verletzt wird, beschließt Evelyn, die Hirnströme ihres sterbenden Will mit dem Computer zu verbinden: "Wir können sein Bewusstsein hochladen."

Das Experiment funktioniert, und es entsteht eine skrupellose Intelligenzmaschine, die sich in Windeseile daran macht, die Welt zu beherrschen: "Bringt mich online, ich brauche mehr Energie." Da hat Wills bedächtiger Mentor Joseph Tagger (Morgan Freeman) dann alle Hände voll zu tun, diesen bösen Geist wieder zurück in die Flasche zu stopfen.

Wirkliche Spannung entwickelt in dem Spielfilmdebüt des Oscarpreisträgers Pfister über zwei Stunden nicht. Dies liegt zum einen an den hölzernen Dialogen, zum anderen vermischt sich trockene Techniksprache mit grünem Ökopathos. Auch der Hauptdarsteller bleibt viel zu blass. Johnny Depp gibt die erste halbe Stunde lang einen braven Bücherwurm, der seine Frau über alles liebt, Sonnenblumen züchtet und einen altmodischen Plattenspieler bedient. Dann stirbt der Doktor, und wir sehen nur noch das finstere Konterfei des Maschinen-Menschen auf flackernden Monitoren.

Aber für eine Reflexion über Verlust, Einsamkeit und technologische Surrogate, wie sie Jonze in "Her" gelang, fehlt dem Film über künstliche Intelligenz die erzählerische Intelligenz. Da steuert der von Christopher Nolan produzierte Film lieber zielstrebig auf sein wenig überraschendes Finale zu. Gespickt ist der Showdown mit ein paar putzigen Zombies.

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