Tout est pardonne

Drama, F 2007
Schwierige Kindheit in Wien

Schwierige Kindheit in Wien

Es muss nicht immer Michael Haneke sein, auch sonst hält Österreich gelegentlich Einzug in Kinoarbeiten aus Frankreich. So beginnt das Langfilmdebüt "Tout est pardonné" der jungen Regisseurin und Schauspielerin Mia Hansen-Love in Wien. Erzählt wird in "Tout est pardonné" die wenig erbauliche Geschichte einer austro-französischen Mischehe und das Schicksal der daraus entstammenden Tochter.

Annette wird von ihrem drogensüchtigen und ziellos in den Tag lebenden Mann Victor abwechselnd "ma belle autrichienne" oder "du deutsche Hure" genannt. Zwischen den beiden steht ihre kleine Tochter Pamela, zunächst als kleines Mädchen, das die Liebe und Zuneigung ihres Vaters genießt, einen Zeitsprung später als 17-Jährige, zu der der mittlerweile getrennt lebende Vater nach Jahren der Funkstille wieder Kontakt sucht.

Es sei kein autobiografischer Film, betonte die 1981 geborene Regisseurin, die Geschichte sei aber stark von ihrer Familie inspiriert. "Mein Vater ist in Wien geboren und aufgewachsen. Obwohl ich die Stadt und ihre Kultur nicht gut kannte und nie hier gelebt habe, habe ich eine tiefe Verbindung gespürt. So war der Film Gelegenheit und Vorwand zugleich, einen tieferen Bezug zu Wien herzustellen", sagte Hansen-Love anlässlich der Präsentation des Filmes bei der Viennale 07.

So kommt es immer wieder zu einem Sprach-Gemisch aus Französisch und Deutsch, das durch die Besetzung unterstützt wurde. Im Wien-Teil spielen einige österreichische Schauspieler mit, die Hauptdarstellerin Marie Christine Friedrich sei als Französisch sprechende Österreicherin überhaupt ein Glücksfall gewesen, erzählte die Regisseurin. Im Film beeindruckt aber auch Constance Rousseau als halbwüchsige Pamela, ihre kleine Schwester Victoire spielt Pamela als Sechsjährige. Und die eingestürzte Reichsbrücke dient als Metapher für die Tragfähigkeit von Verbindungen.

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