Tournee

Komödie/Drama, F 2010
Mathieu Amalric im Kreise seiner Burlesque-Damen

Mathieu Amalric im Kreise seiner Burlesque-Damen

Burlesque zieht an - weshalb sich derzeit immer mehr Schauspielerinnen auf der Leinwand ausziehen: Nach der Hollywoodvariante "Burlesque" mit Cher und Christina Aguilera kommt nun die französische Interpretation "Tournee" in die Kinos. Für seine Regie wurde Hauptdarsteller Amalric, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, 2010 in Cannes geehrt. Ab Freitag (19. August) im Kino.

Produzent Joachim Zand (Mathieu Amalric) hat eine selbstbestimmte, derb-erotische Frauenbande für seine Tour durch die französische Provinz zusammengestellt, um in der alten Heimat wieder zu reüssieren, die er einst Richtung USA verließ. In den wenig glamourösen Diskotheken und Vorstadttheatern der Hafenstädte feiert Zands New-Burlesque zwar durchaus Achtungserfolge. Sein Wunsch, damit als großer Impresario zurückzukehren, bleibt jedoch ein solcher.

Auch der erhoffte glorreiche Auftritt in Paris bleibt ein Wunschtraum, von dem sich der einstige TV-Produzent verabschieden muss. Schließlich hatte er bei seinem Weggang Familie, Freunde und Kollegen zurückgelassen, die heute überwiegend schlecht auf den Heimkehrer zu sprechen sind. Auch dass seine beiden minderjährigen Söhne, die den Vater kaum kennen, bei ihm aufkreuzen, bringt neue Probleme.

Der Streifen ist im Gegensatz zum US-"Burlesque" nicht als Nummernrevue mit Zwischenspielen angelegt, will kein Musicalfilm sein. Dennoch wird die Runde der Prachtweiber, darunter klingende Namen wie Mimi Le Meaux (Miranda Colclasure), Kitten on the Keys (Suzanne Ramsey) oder Dirty Martini durchaus immer wieder in einer ihrer erotisch-ironischen Performances gezeigt, die sie grell geschminkt und dort, wo nicht geschminkt, tätowiert, mit ihren teils wuchtigen Körpern selbstwusst wie exzentrisch auf die Bühne stellen.

Filmemacher Amalric hat tatsächlich eine Gratistournee zwischen Le Havre und Rochefort auf die Beine gestellt, in den Hotels gedreht, in denen die Crew schlief. Entsprechend semidokumentarisch muten die Szenen mit den Hauptdarstellerinnen an, die allesamt auch hauptberuflich der Burlesque nachgehen.

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