Tor zum Himmel

Drama/Romanze, D 2003
Neulich auf der Tragfläche eines Flugzeugs...

Neulich auf der Tragfläche eines Flugzeugs...

Der 35-jährige Wahlberliner Veit Helmer präsentiert nach seinem originellen Spielfilm-Debüt "Tuvalu" (1999), einem internationalen Überraschungserfolg, sein zweites abendfüllendes Werk. "Tor zum Himmel" ist wie sein Vorgänger ebenfalls eine Komödie vor ernstem Hintergrund.

Im Arthouse-Film "Tuvalu" hatte sich Helmer anhand einer Liebesgeschichte in einem alten bulgarischen Schwimmbad mit den Realitäten im postsozialistischen Osteuropa auseinander gesetzt. Seine jüngste Arbeit, die der Regisseur selbst produzierte und an deren Drehbuch er wieder mitschrieb, zeigt durchaus Parallelen zum Vorgänger: Erneut ist die Besetzung betont international - in 14 Ländern war dafür gecastet worden. Und wieder bedient sich Helmer märchenhafter und magischer Elemente, um Aussagen zur gesellschaftlichen Gegenwart zu treffen.

Diesmal sind es die junge indische Asylantin Nisha (Masumi Makhija) und der russische Deserteur Alexej (Valera Nikolaev), die sich ineinander verlieben. Beide schuften in den Tiefen des Frankfurter Flughafens und träumen davon, sich als Stewardess und als Pilot ihren Weg ins Glück zu bahnen. Mit Mut und Magie, mit List und Liebe gelingt es ihnen, ihre Ziele zu verwirklichen. Einen Kontrast zu dieser mit Heiterkeit, aber auch mit Sentimentalität gezeichneten Romanze bildet das Umfeld des Airports, in dem im wahren Leben 60.000 Menschen aus mehr als 80 Ländern arbeiten.

Nisha und Alexej sind umgeben von ihresgleichen, Asylsuchenden und Illegalen aus Indien, Afrika und dem Ostblock - man haust in katakombenartigen Räumen, arbeitet in Großküchen und an Rollbändern, in Frachthallen und Heizungskellern. Der Ton ist rau, aber herzlich, die Menschen am unteren Ende der Erfolgsskala haben Humor und helfen einander.

In Veit Helmers Film steckt ein Plädoyer für Menschlichkeit und Multi-Kulti, eine Kritik an gängiger Abschiebepraxis und an Arroganz gegenüber Unterprivilegierten.

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