Tomb Raider

Action, USA 2018

Tomb Raider

Lara Croft kehrt auf die Leinwand zurück: In der runderneuerten Game-Verfilmung, die sich an den jüngeren Spielen der Erfolgsreihe orientiert, schlüpft Alicia Vikander in die Rolle Laras.

Hollywood und die Spieleindustrie können einfach nicht voneinander lassen. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Versuche, beliebte Game-Erfolge auch für die große Leinwand zu adaptieren. Der Grund liegt auf der Hand: das liebe Geld! Der aktuellsten Bilanz zufolge lukrier te die Spieleindustrie 2017 weltweit über 108,9 Milliarden Dollar-Tendenz steigend. Kaum verwunderlich also, dass Hollywood angesichts des Box-Office-Potenzials nicht widerstehen kann, uns immer wieder neue Game-Adaptionen zu präsentieren. Der ersehnte Genre-Durchbruch blieb bislang jedoch aus. Nachdem zuletzt selbst die ansehnlichen Verfilmungen von Assassin's Creed und WarCraft den Gamefilm-Fluch nicht brechen konnten und finanziell hinter den Erwartungen blieben, kühlte in der Traumfabrik die Lust auf Spiele im Kinoformat ab. Ob die am Freitag startende neue ‚Tomb Raider‘-Verfilmung mit der schwedischen Oscarpreisträgerin Alicia Vikander (‚The Danish Girl‘) als Lara Croft die Gamefilm-Flaute besiegt?

Als wir Lara Croft (Alicia Vikander) gleich zu Beginn kennenlernen, begegnen wir einer selbstbewussten 21-jährigen Frau, die sich in London als Fahrradkurierin verdingt -und nur nebenbei Archäologie studiert. Dabei hätte sie es gar nicht nötig, zu arbeiten. Seit sieben Jahren ist ihr Vater Richard Croft (Dominic West), ein exzentrischer Konzernboss, spurlos verschwunden -dennoch weigert sie sich, seinen Tod anzuerkennen und ihr Erbe anzutreten. Dank Ana Miller (Kristin Scott Thomas), einer Vertrauten ihres Vaters in der Konzernführung, macht sie Letzteres dann doch. Bei der Abwicklung der Formalitäten bekommt Lara einen mysteriösen Schlüssel ihres Vaters überreicht, der sie schließlich in dessen geheimes Arbeitszimmer führt. Dabei erfährt sie, dass sich Richard auch als Archäologe betätigte und seine Forschungen auf Himiko, die erste japanische Königin, konzentrierte. Auf einer abgelegenen Insel im Teufelsmeer vor der Küste Japans will ihr Vater das Grab der „Mutter des Todes“ entdeckt haben. Und genau dort verliert sich auch seine Spur. Lara fackelt nicht lange und reist nach Japan, wo sie Lu Ren (Daniel Wu) ausfindig macht, den Sohn jenes Fischers, der ihren Vater sieben Jahre zuvor in das sagenumwobene Gebiet führte, in dem seither beide verschollen sind. Während Lara und Lu Ren den Spuren ihrer Väter bis zur Insel folgen, ahnen sie noch nicht, dass auch eine Organisation namens Trinity unter der Führung von Mathias Vogel (Goggins) längst nach Himikos Grab sucht …

Paradebeispiel

Viele rätseln, warum Gameverfilmungen die in sie gesetzten Erwartungen bislang nicht erfüllen konnten. Liegt es an der Story, der Action, den Schauspielern oder am Regisseur? Fans der Spiele stoßen sich häufig am Plot der Verfilmungen, der zu sehr von jenem im Spiel abweicht. Filmfans, die die Spiele kaum oder gar nicht kennen, verärgern indes die meist allzu simple Story, die oberflächlichen Figuren sowie der übertriebene Fokus auf die Action und die Effekte. Filme und Games sind ebenso wie Filme und Bücher zwei sehr unterschiedliche Paar Schuhe – und sollten auch als solche behandelt werden. Handwerklich saubere Effekte und solide inszenierte Action machen noch keine gute Game-Adaption. Um die hinzubekommen, braucht es vor allem eines: ein gutes Drehbuch!

Und genau das hat der norwegische Regisseur Roar Uthaug (‚The Wave‘) bei seiner Adaption auch beherzigt. Im Gegensatz zu den beiden glatten Vorgängern mit Angelina Jolie, die teils arg konstruiert wirken, erzählt dieser Neustart, der sich an das Game-Reboot aus dem Jahr 2013 anlehnt, die Origin-Story von Lara Croft und macht dabei alles richtig. Uthaug konzentriert sich nämlich vor allem auf seine Hauptfigur, die im Film ganz im Gegensatz zum Spiel nie übermenschlich wirkt. Lara weint, schreit, blutet und macht Fehler. Im Verlauf vergisst man sogar, dass man eine Gameverfilmung sieht. Letzteres wird genau zur rechten Zeit wieder offenbar -während der hervorragend inszenierten Actionszenen. Kurzum: Tomb Raider erweist sich überraschend als das langersehnte Paradebeispiel dafür, wie eine gute Gameverfilmung auszusehen hat!

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