This Ain't California

Dokumentation, D 2012

In TV und Kino finden: Marten Persiel

Die teils tragische Geschichte dreier Freunde

Die teils tragische Geschichte dreier Freunde

Rollbrettfahrer - so hießen in der DDR die Skateboarder. In seinem Kinodebüt "This Ain't California" erzählt Marten Persiel die teils tragische Geschichte dreier Skater-Freunde. Herausgekommen ist ein rasanter Mix aus Dokumentarfilm, Reportage, nachgestellten Szenen und Collage.

Im Handstand auf dem Rollbrett einmal quer durch die endlose Betonwüste des Ost-Berliner Alexanderplatzes - Mirko und Patric trauten sich das. Sie waren eine Show. Als Stars der Skateboarder-Szene in der Hauptstadt der DDR zogen sie aber nicht nur die Blicke unzähliger Mädchen auf sich. Auch die Staatsmacht hatte in den 80er Jahren ein waches Auge auf die extrovertierten jungen DDR-Bürger mit der drängenden Sehnsucht nach Freiheit, Spaß und Anderssein.

In seinem Kinodebüt erzählt Marten Persiel die Geschichte dreier Skater-Freunde, die in den einförmigen Beton- und Plattenbaulandschaften von Magdeburg-Neu-Olvenstedt und Ost-Berlin aufwachsen - und auf ihre eigene Art gegen die Beton-Köpfe und Einschränkungen der DDR-Gesellschaft kämpfen. Dann fiel die Mauer. Zwei der jungen Männer können im neuen Deutschland Fuß fassen, der dritte zerbricht tragisch.

"This Ain't California" ist ein Mix aus Dokumentarfilm, Reportage, nachgestellten Szenen und Collage. Regisseur Persiel spielt sehr gekonnt mit den verschiedenen Stilmitteln. Zu sehen sind von den Skatern in den 80er Jahren selbst aufgenommene Super8-Filmausschnitte, Material aus DDR-Fernsehsendungen, animierte Schwarz-Weiß-Sequenzen, gespielte Erzählelemente, Fotos sowie aktuelle Interviews mit den Rollbrettfahrern von damals. Daraus webt der Regisseur mit schnellen Schnitten ein atmosphärisch dichtes Dokument der Zeitgeschichte: authentisch, nah, berührend. Unterlegt mit dem Soundtrack der 80er-Jahre-Jugend von Alphaville über die Puhdys bis Anne Clark.

Im Film kommt ein früherer DDR-Sportfunktionär zu Wort, der erklärt, wie der Staat die Subkultur der Rollbrettfahrer für seine Zwecke vereinnahmen wollte. Das sind skurrile Szenen, hinter denen aber die Tragik ganzer Schicksale junger Menschen durchschimmert.

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