The Zero Theorem

Drama/Fantasy, GB/RO/F/USA 2013

In TV und Kino finden: Christoph Waltz, Melanie Thierry, David Thewlis, Terry Gilliam

Qohen sucht den Sinn des Lebens

Qohen sucht den Sinn des Lebens

Hollywood-Kult-Regisseur Terry Gilliam hat schon 1995 mit dem Welthit "12 Monkeys" ein düsteres Zukunftsbild gezeichnet. Fast zwei Jahrzehnte später entwirft er nun mit dem skurrilen Science-Fiction-Thriller "The Zero Theorem" eine noch viel erschreckendere Vision vom Fortgang der Menschheit.

Angesichts dieses Films wirkt die Diskussion um die Überwachungsaktivitäten der NSA geradezu lächerlich: Computer-Genie Qohen Leth (Christoph Waltz) lebt in einer Welt, in der die Kontrolle der gesamten gesellschaftlichen Ordnung Norm ist. Privatleben gibt es nicht mehr. Dies ist der Ausgangspunkt des Science-Fiction-Thrillers "The Zero Theorem". Mit ihm entwirft Regisseur Terry Gilliam ein wahrlich erschreckendes Zukunftsbild.

Besonders schockiert, dass es offensichtlich gar keine Existenzberechtigung mehr für die Menschheit gibt. Qohen Leth (Christoph Waltz) jedenfalls sucht auf Anweisung eines nur per Bildschirm sichtbaren Boss' (Matt Damon) nach dem Sinn des Lebens. Er findet ihn nicht. Oder liegt der vielleicht schlicht darin, sich mit Empathie anderen Menschen zuzuwenden? Könnte das die Rettung für den einsamen Kauz sein? Hilft ihm dies, der Isolation seines Zuhauses, einer alten Kapelle, zu entfliehen? Doch was dann?

Der vor allem wegen seiner surrealistischen Bilderflut beeindruckende Film gibt keine Antworten auf die düsteren Fragen. Mit Qohen Leth schickt er die Zuschauer auf den Weg der Erkenntnis. Und der ist holprig. Immer wieder verwirren Episoden, die zwischen Wachen und Wahn changieren. So ist beispielsweise nicht klar, ob die auftauchende Prostituierte (Mélanie Thierry) eine reale Figur oder nur eine Vorstellung des Anti-Helden Qohen Leth ist.

Den verkörpert Christoph Waltz mit spürbarer Lust, einmal nicht der Bösewicht vom Dienst zu sein. Mit feiner Ironie lässt er das Publikum gleichsam zum Komplizen des Protagonisten werden. Was dazu führt, dass man sich im Kinosaal schon nach kurzer Zeit total überwacht glaubt. Gut möglich, dass mancher nach dem Filmende sein Mobiltelefon in den Müll entsorgt.

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