The Wrestler

Action/Komödie, USA 2008
Alles für den Kampf

Alles für den Kampf

Darren Aronofskys "Wrestler" gab dem 52-jährigen Mickey Rourke die Chance, ein Stück weit sein eigenes Leben zwischen Film und Sport mit Höhen und Tiefen anklingen zu lassen. Für einen Oscar hat es dennoch nicht gereicht. Ab 27. Februar läuft der Film im Kino.

Schon bei der Verleihung der Preise des 65. Filmfestivals von Venedig gab es Anfang September zwar hochverdient den Goldenen Löwen für den Film, jedoch keine Auszeichnung für das einstige Sexsymbol Rourke. Der sehr umstrittene Grund: Die Festivalregeln schliessen es aus, einen Darsteller aus dem preisgekrönten Werk auch noch zu ehren. Und dieses führte zum Eklat. Im Mafia-Look war Rourke zur Preisverleihung gekommen, Zigarre im Mundwinkel und sein inzwischen gestorbenes Chihuahua-Hündchen Loki im Arm. Und als der Goldene Löwe für Aronofskys Meisterwerk verkündet war, stürmte er zusammen mit dem Regisseur auf die Bühne.

Was folgte, nannte Italiens Presse einen "Fauxpas" des Präsidenten der siebenköpfigen Jury: Wim Wenders würdigte die "herzerweichende" Interpretation des Wrestling-Veteranen Randy "The Ram" Robinson durch den Ex-Profiboxer. Und regte dann an, Venedig möge das Reglement ändern. Auf gut Deutsch: Er hätte an den wie neugeboren wirkenden US-Star auch den Darsteller-Preis gegeben.

Zwei Jahrzehnte nach seiner grossen Zeit als Star der Showringer tingelt Randy "The Ram" Robinson als abgetakelte Legende noch für ein paar Fans zu High-School-Sporthallen und Gemeindezentren rund um New Jersey. Seine kleinen Shows turnen ihn weiterhin an, während das Privatleben in Trümmern liegt. Der Wrestler schafft es nicht, einen Kontakt zu der Tochter (Evan Rachel Wood) neu aufzubauen oder es in der Beziehung zu anderen menscheln zu lassen - von einer Romanze mit einer Stripperin (Marisa Tomei) mal abgesehen. Und als sein Herz nicht mehr mitmachen will, ist Zeit für eine Lebensbilanz. Die fördert kaum Überraschendes zutage: Randy will es nochmals wissen, im Rampenlicht stehen. Der geborene Kämpfer.

Der 39-jährige Filmemacher aus Brooklyn nennt seinen Hauptdarsteller, dem die Rolle wie auf den Leib geschrieben scheint, "einen vom Erfolg zerstörten Giganten des Kinos". Der Arbeitersohn Rourke hatte zunächst eine Karriere als Profiboxer begonnen, sich in den 1980er Jahren dann allerdings zu einem Sexsymbol des US-Kinos hoch boxen können - vor allem in seiner Rolle als an Sado-Maso orientierter Börsenmakler an der Seite von Kim Basinger in dem Film "Neuneinhalb Wochen".

Doch dann war ein Comeback im Boxsport ohne den erhofften Widerhall, und zweitrangige Rollen im Film folgten. Diese Achterbahn des Lebens sieht man dem 54-Jährigen an. Doch Rourke hat sein Können immer wieder in Charakterrollen neu bewiesen. Als "Wrestler" stellt er das wieder eindrucksvoll unter Beweis.

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