The Salesman

Drama/Thriller, IR/F 2016

In TV und Kino finden: Shahab Hosseini, Taraneh Alidoosti, Babak Karimi, Asghar Farhadi

Das Leben von Emad und Rana ändert sich dramatisch

Ja, die Oscar-Entscheidung war politisch, der Film ist dennoch ein würdiger Sieger.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass The Salesman seinen Auslands-Oscar Donald Trump zu verdanken hat. Bis vor einigen Wochen war die Tragikomödie Toni Erdmann mit Peter Simonischek der große Siegfavorit, dann aber sprach der neue US-Präsident ein Einreiseverbot für Bürger bestimmter muslimischer Länder aus. Infolgedessen sagte der iranische Regisseur Asghar Farhadi seine Teilnahme an der Hollywood-Gala ab, zahlreichen Experten war klar, dass die liberalen Oscar-Academy-Mitglieder schon allein als Anti-Trump-Statement Farhadi die Auszeichnung geben würden. So kam es auch. Dem Film gegenüber ist diese Sichtweise aber nicht fair, Th e Salesman hätte den Preis ohnehin verdient.

Darum geht's in ‚The Salesman‘

Wie so oft bei Farhadi (siehe Nader und Simin - Eine Trennung, für den er 2012 schon den Oscar bekam) steht die Ehe eines Teheraner Mittelklasse-Paars im Mittelpunkt. Der Film beginnt mit einem bösen Omen: Rana (Alidoosti) und Emad (Hosseini) müssen ihre Wohnung verlassen, weil ihr Haus einsturzgefährdet ist. Sie finden eine neue Bleibe, wissen aber nicht, dass sie vorher einer Prostituierten gehört hat. Eines Abends wird Rana unter der Dusche von einem Mann verletzt. Und sexuell missbraucht? Ausgesprochen wird es nie, es ist aber wahrscheinlich. Es handelte sich wohl um einen Freier, der Rana mit der Vormieterin verwechselte. Was Rana wenig hilft: Sie trägt einen psychischen Knacks davon und Emad weiß nicht, wie er damit umgehen soll. Schließlich beschließt er, den Täter zu suchen und zu stellen

Unsere Meinung zu ‚The Salesman‘

Höhepunkt des komplexen Dramas, das nicht ganz an Nader und Simin heranreicht, ist sein fesselnder, thrillerwürdiger Showdown. Nebenbei gibt es ungeahnte Einblicke in Irans Kulturwelt: Rana und Emad sind Laien-Theaterschauspieler, die in Tod eines Handlungsreisenden auf der Bühne stehen - ein Stück des US-Juden Arthur Miller. Vielschichtig.

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