The Road

Abenteuer/Drama, USA 2009
Viggo Mortensen im Einsatz

Viggo Mortensen im Einsatz

Zu den Feiertagen passt er nicht gerade, John Hillcoats Endzeitfilm "The Road", der am 23. Dezember im Wiener Stadtkino startet. Visuell beeindruckend und emotional verstörend inszeniert der australische Regisseur ("The Proposition") den Bestsellerroman von Pulitzer-Preisträger Cormac McCarthy. Darin kämpft ein Witwer in einer postapokalyptischen Welt mit seinem Sohn ums Überleben.

McCarthys Werk "No Country for Old Men" lieferte auch schon die Vorlage für die Oscar-prämierte Verfilmung durch die Coen-Brüder. "The Road" wurde bei den Filmfestspielen von Venedig im Wettbewerb gezeigt. Preisverdächtig ist das pathos-geladene "The Road" zwar nicht, beeindrucken können aber allein die schauspielerischen Darstellungen von "Herr der Ringe"-Star Viggo Mortensen und dem australischen Jungtalent Kodi Smit-McPhee.

Die Welt ist düster, trostlos, grau. Tiere und der Großteil der Menschen wurden ausgelöscht, die Ernte ist verfault. Die wenigen Überlebenden hungern, frieren - und sind zu allem fähig. Nach einer mysteriösen Naturkatastrophe sind ein Mann (Viggo Mortensen) und sein Sohn (Kodi Smit-McPhee) einer schier hoffnungslosen Situation ausgesetzt. Nachdem sich die junge Mutter (Charlize Theron) ob der Aussichtslosigkeit das Leben genommen hat, machen sich Vater und Sohn auf den Weg Richtung Meer - in der Hoffnung, dass dort alles besser ist.

Auf ihrem Weg werden sie nur mit seltenen Hoffnungsschimmern gesegnet. Diebe und menschenfressende Banden sind unterwegs - Knochenreste, Massengräber, Blut und abgemagerte Sklaven pflastern ihren Weg. "Der Junge ist der Grund warum ich lebe", sagt der Mann ohne Namen. Er ist es auch, den die Kannibalen wollen: Jung ist er, sein Fleisch noch zart. Für den Notfall hat der Mann einen Revolver bei sich - mit zwei Kugeln. "Eine für dich, eine für mich." Doch Aufgeben ist noch keine Option, sind sie doch die "Guten", sagt der Mann. "Du musst das Feuer in dir bewahren", die unauslöschbare Flamme der Menschheit.

Anders als genreübliche Science-Fiction-Endzeitfilme der jüngsten Vergangenheit wie "2012" oder "Krieg der Welten" wirkt "The Road" bedrückend realistisch. Das liegt in erster Linie an der stetig enger werdenden Vater-Sohn-Beziehung, die von der ersten Minute an unter die Haut geht. Hinzu kommt die brutal-beängstigende Veranschaulichung der menschlichen Natur.

Auf technische Spezialeffekte verzichtet Hillcoat. Die Apokalypse wird gar nicht erst gezeigt, der Fokus auf die wahre Katastrophe, die auf sie folgt, gelegt. Gedreht wurde im von Hurrikan Katrina gezeichneten New Orleans, in verlassenen Kohlebergwerken, in Winterlandschaften Pennsylvanias und an Orten, die nach Feuer oder Vulkanausbrüchen verwüstet wirkten.

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