The Program - Um jeden Preis

Drama, GB/F 2015

Ben Foster verkörpert den ehemaligen Radrennfahrer Lance Armstrong

Die Affäre um Lance Armstrong erschütterte nicht nur den Radsport. Der Regisseur Stephen Frears ("Die Queen") hat mit seinem Streifen "The Program - Um jeden Preis" das Doping-Drama nun nachgezeichnet. Die Hauptrolle spielt der noch nicht allzu bekannte Ben Foster ("Todeszug nach Yuma").

Tatsächlich hatten Armstrong und seine Helfer ein Doping-System ausgetüftelt und damit jahrelang die Kontrollen ausgehebelt. Wie im Rennen vom Hase und dem Igel waren Armstrong und seine Kollegen den Inspektoren zunächst stets einen Schritt voraus. Lange konnten betrügende Radprofis auf das stille Einverständnis der Sportfunktionäre setzen, die gleich beide Augen zudrückten. Schon früh spürten aber Journalisten, dass da etwas nicht stimmen konnte. Schließlich kam die Justiz dem systematischen Betrug auf die Spur.

Vertuschen, leugnen, lügen - die Armstrong-Story hat alle Zutaten für einen Krimi. Frears stützt sich auf einen Tatsachenroman des Briten David Walsh. Der Investigativ-Reporter der "Sunday Times" hatte den Amerikaner früh als vielversprechendes Talent ausgemacht und baute zu ihm eine gute Arbeitsbeziehung auf. Doch irgendwann merkte auch Walsh, dass bei Armstrong etwas zu gut lief, um wahr zu sein. Über knapp 100 Minuten entfaltet Frears das Duell zwischen Walsh (Chris O'Dowd) und Armstrong (Ben Foster).

Zunächst kauft Armstrong das Dopingmittel EPO in einer Apotheke, ein Jahr später gewinnt er sein erstes großes Rennen in Europa. Der Aufstieg des Amerikaners wird dann durch seine Erkrankung mit Hodenkrebs gestoppt. Ein Gespräch mit dem Arzt wird ihm zum Verhängnis: In Anwesenheit seines Freundes und Teamkollegen Frankie Andreu und dessen Frau Betsy gesteht Armstrong, schon früh gedopt zu haben. Betsy wird später im Verfahren der US-Justiz die Kronzeugin gegen Armstrong.

Und dann nimmt Doping-Arzt Ferrari Armstrong unter seine Fittiche. Der Italiener tüftelt einen Cocktail aus, der bei Blut- und Urintests nicht auffallen soll. 1999 gewinnt Armstrong seine erste Tour de France. Reporter Walsh zweifelt immer stärker - so schnell nach seiner Krebserkrankung scheint der Sportler in Bestform zu sein. Armstrong wird zum Idol für Millionen und zum lukrativen Werbezugpferd. Sieben Mal gewinnt er die Frankreich-Rundfahrt - bis sein Teamkollege Floyd Landis auspackt.

Der Fall Armstrong ist heute weitgehend aufgearbeitet. In der US-Talkshow von Oprah Winfrey legte der Amerikaner ein Doping-Geständnis ab, die US-Antidoping-Behörde USADA hat ihn auf Lebenszeit gesperrt, seine Tour-Titel sind weg.

Ben Foster gelingt es, glaubwürdig Armstrong als schillernd-verbissenen Aufsteiger zu spielen. Warum der maßlos ambitionierte Armstrong immer tiefer in das Lügennetz versinkt, bleibt allerdings ein Rätsel.

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