The New World

Abenteuer/Drama, USA 2005

In TV und Kino finden: Colin Farrell, Q'Orianka Kilcher, Christian Bale, Terrence Malick

Atemberaubende Bilder mit 65-Millimeter-Kamera

Atemberaubende Bilder mit 65-Millimeter-Kamera

Terrence Malick gilt als Ausnahmekünstler. So nimmt er sich denn beispielsweise auch immer ungewöhnlich lange Zeit zur Realisierung seiner Projekte. Zwischen seinem letzten Film und "The New World" vergingen acht Jahre. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Der Autor und Regisseur blickt zurück auf das frühe 17. Jahrhundert: Britische Schiffe landen an der Küste Amerikas. Unter ihnen ist der ungestüme und eigensinnige John Smith (Colin Farrell). Als die Siedler in existenzielle Not geraten, sorgt er für Sicherheit. Der weltoffene Freigeist baut dabei wesentlich auf die Hilfe der Ureinwohner. Bei ihnen findet er nicht nur Unterstützung, sondern dank Häuptlingstochter Pocahontas (QOrianka Kilcher) auch die Liebe. Dem Glück aber ist keine ungetrübte Zukunft gegönnt.

Die in den USA noch heute als Beweis der Möglichkeit eines harmonischen Miteinanders von Indianern und Weißen populäre Pocahontas-Legende nutzt Terrence Malick für ein gedankenreiches Nachsinnen über den Wert des Lebens an sich. Dabei scheut er nicht vor Pathos zurück. Opulente Bilder und üppiger Einsatz klassischer Musik tragen das mit wuchtiger Eleganz.

Terrence Malick beweist wie schon in "Der schmale Grat" großes Talent, Landschaften als Spiegel menschlicher Befindlichkeit zu beleuchten. So ausgefeilt wie die Optik ist auch der Musikeinsatz. Wenn da zu Anfang des Films Musik aus Wagners Oper "Das Rheingold" erklingt, wird das eigentliche Thema der episch breiten Erzählung klar umrissen: Der unausweichliche Untergang alles Menschlichen im Banne von materieller Habsucht und Gier auf Macht.

Der Film ist auch in technischer Hinsicht ungewöhnlich: "The New World" ist der erste Streifen seit Kenneth Branaghs vor zehn Jahren herausgekommenem "Hamlet", der in Gänze auf 65-Millimeter-Film gedreht wurde. Kameramann Emmanuel Lubezki hatte dadurch die Möglichkeit, fast vollständig auf künstliche Lichtquellen zu verzichten. Der Authentizität kommt das ungeheuer zugute. Jeder Moment wirkt atemberaubend wahrhaftig.

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