The Look Of Love

Komödie/Drama, GB/USA 2013
Raymond genießt den Ruhm als Porno-König

Raymond genießt den Ruhm als Porno-König

In glitzernden Seventies-Bildern und mit britischem Sinn für Ironie erzählt Starregisseur Michael Winterbottom die wahre Geschichte des Sex-Unternehmers Paul Raymond. Die Tragikomödie "The Look of Love" ist zugleich Sittengemälde einer Ära.

Für die einen war es das Paradies, für die anderen Sodom und Gomorra. Die sexuelle Befreiung der 60er und 70er Jahre sprengte Fesseln der Prüderie und Konvention, stellte lustbetonte Libertinage gern als Menschenrecht in den Mittelpunkt des Lebens. Dass diese gesellschaftliche Entwicklung auch ein Geschäft war, "big business" auf Kosten von Familien und Kinderseelen, daran erinnert Michael Winterbottoms Film "The Look of Love". Nach dem wahren Leben des Porno-Barons Paul Raymond (1925 - 2008) schuf der englische Starregisseur ein unterhaltsam-flockiges, im Kern aber bitteres Bio-Pic, das zugleich das poppige Sittengemälde einer Ära darstellt.

Der sozial und politisch engagierte Winterbottom setzt in der Tragikomödie britische Ironie, tolles Styling und stimmungsvolle Musik ein, um seine Geschichte zu erzählen: Als Raymond starb, galt der Nachtclub-Besitzer, Männermagazin-Verleger und Immobilienbesitzer als reichster Mann des Vereinigten Königreichs. "Nicht schlecht für einen Jungen aus Liverpool, der nur fünf Shilling in der Tasche hatte", pflegt seine Filmfigur alias Starkomiker Steve Coogan grinsend zu sagen. Mit herrlich lässigem Spitzbuben-Charme mimt Coogan (Winterbottoms "24 Hour Party People") den Aufsteiger.

In London wurde der Porno-Pionier bald zum "King of Soho". Gegen Ende seines Lebens aber war seine Ehe geschieden, die Haupt-Gespielin weg, seine Söhne ihm fremd und seine geliebte Tochter Debbie, die seine Nachfolgerin werden sollte, an Alkohol und Drogen zugrunde gegangen. Im Film hockt Raymond 1992 nach ihrer Beerdigung einsam im Schlafzimmer und starrt auf einen kleinen Bildschirm mit Filmaufnahmen aus verlorenen Tagen.

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