The Last Witch Hunter

Action/Abenteuer, USA 2015

The Last Witch Hunter

Untote bevölkern seit den Anfängen des Kinos die Leinwände: Von Murnaus "Nosferatu" über diverse andere Vampirgestalten bis zu den gruseligen "Walking Dead" gibt es viele Spielarten der Spezies, die nicht sterben kann. Und nun spielt Actionstar Vin Diesel in Breck Eisners "The Last Witch Hunter" den 800 Jahre alten Hexenjäger Kaulder. Der soll im New York gegen böse Mächte in den Kampf ziehen.

Der Film beginnt augenzwinkernd, als Kaulder im Flugzeug bei schwerem Gewitter mit allerlei Hokuspokus die tobenden Himmelsmächte beruhigt, und dabei die gute, ebenso junge wie attraktive Hexe Chloe (Rosie Leslie, "Game of Thrones") trifft. Kaulder und Chloe müssen sich verbünden, um gemeinsam die dämonische Hexenkönigin (Julie Engelbrecht) zu besiegen. Chloe ist eine "Traumwandlerin", die Zugang zum Unterbewusstsein anderer Menschen hat. Ganz raffiniert pendelt der Film immer wieder zwischen Realität und Traumwelt. So erfahren wir auch von Kaulders Trauer um seine Frau und Tochter, die vor Urzeiten starben, aber immer noch durch die Träume des einsamen Hexenjägers geistern.

Vin Diesel, der bis dato vor allem auf brachiale Turbo-Actionrollen abonniert war, spielt diesen Kaulder erstaunlich differenziert. Er ist der zum ewigen Leben verurteilte Einzelgänger, der sich daran erinnert, dass New York auf den Gräbern von Sklaven erbaut wurde. In seiner Freizeit repariert er alte Uhren, trinkt gerne Whisky und hat auch schon mal ein Techtelmechtel. Sein einziger Freund ist der Geistliche Dolan (Michael Caine), der als eine Art spiritueller Übervater dem Hexenjäger zur Seite steht. Als Dolan unter mysteriösen Umständen stirbt, übernimmt sein junger Nachfolger (Elijah Wood) den Job.

Keineswegs will der Film sich frauenfeindlich geben: Es gibt viele gute Hexen, und Kaulder räumt ein, dass historische Hexenprozesse wie in Salem in den USA ein Verbrechen waren. Aber gegen die abgrundtief böse Hexenkönigin helfen eben nur Feuer und Schwert. Die Special-Effects-Zauberer haben ganze Arbeit geleistet und ein vielgestaltiges Albtraumwesen erschaffen, das von den düsteren Gemälden und Fotos des polnischen Surrealisten Zdzislaw Beksinski inspiriert wurde. Aber so ganz lässt sich das Böse nicht aus der Welt schaffen.

Mit "The Last Witch Hunter" ist ein 90 Millionen teurer und überraschend intelligenter, fast schon nachdenklicher Genrefilm geworden, der sich neben den üblichen Kampfszenen viel Zeit lässt für Reflexionen über Vergänglichkeit und die Kostbarkeit des Lebens. Und eine Prise Humor gestattet sich das von Regisseur Eisner ("The Crazies - Fürchte deinen Nächsten") routiniert in Szene gesetzte Fantasyspektakel auch.

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