The Impossible

Drama/Thriller, E 2012
Dramatische Realität

Dramatische Realität

Eine Familie inmitten von Chaos und Zerstörung: "The Impossible" mit Naomi Watts und Ewan McGregor erzählt von fünf Thailand-Touristen und dem Tsunami 2004. Wuchtige Katastrophenbilder und überzeugende Darsteller machen den Film zur sehenswerten schweren Kinokost.

Das Touristenparadies wird zur Hölle auf Erden. Gerade noch genoss das britische Ehepaar (Naomi Watts und Ewan McGregor) mit seinen drei Söhnen die thailändische Strandidylle, nun bricht eine riesige Flutwelle über sie herein. Die Familie wird entzweit, ringt in der Wracklandschaft ums Überleben, sucht einander. Der spanische Kinofilm "The Impossible" basiert auf einer wahren Geschichte aus der Tsunami-Flutkatastrophe 2004 in Südostasien. Regisseur Juan Antonio Bayona gelingt es eindrucksvoll, die Wucht der Katastrophe auf die Leinwand zu bringen. Das liegt auch an überzeugenden Darstellern und an einer klaren, harten Bildsprache.

Hauptdarstellerin Watts ("The International") wurde für ihre Leistung für einen Golden Globe und einen Oscar nominiert. Bei der Globes-Preisverleihung ging sie zwar leer aus, bei der Oscar-Feier im Februar könnte es aber noch klappen mit einer begehrten Trophäe.

Verdient wäre die Auszeichnung für Hollywoodstar Watts. Allein schon für den Mut zum kompromisslosen Schauspiel bis über die visuelle Schmerzgrenze hinaus. Zombiehaft irrt die Schwerverletzte durch die zerstörte Küstenlandschaft, angetrieben vom Überlebensinstinkt und von der mütterlichen Sorge um ihre Familie. Der einzige Sohn, der nicht von den Fluten fortgespült wurde und noch bei ihr ist, wendet sich angeekelt von ihrem desolaten körperlichen Zustand ab. "So wie du bist, kann ich dich einfach nicht ansehen", gesteht er mit zittriger Stimme. Auch manch Kinozuschauer will beim Anblick der verdreckten Frau mit aufgerissenem Bein und blutiger Brust wohl lieber wegschauen.

Die Handlung ist simpel und linear. Das Filmteam um Regisseur Juan Antonio Bayona idealisiert den Thailandurlaub zunächst als harmonisches Erlebnis - im scharfen Kontrast zur anschließenden Tsunami-Apokalypse. Er reißt die Filmfiguren nur flach an: Der Vater (McGregor) sorgt sich etwas um seinen Job in Japan - aber nicht so sehr, als dass er die Erholung nicht genießen könnte. Die Mutter will wieder als Ärztin praktizieren - aber nicht so sehr, als dass dadurch der Familienfrieden in Gefahr käme. Unter den drei Brüdern herrscht der übliche Zwist.Thailand erscheint wie ein Abziehbild aus einem Tourismusprospekt: Einheimische kommen vor der Kamera nur zum breit lächelnden Kurzzeit-Einsatz. Soziale Probleme und Armut bleiben außen vor. Das ist insofern konsequent, da die Urlauberfamilie zunächst im traumgleichen Elfenbeinturm inszeniert wird und dann im Alptraum erwacht.

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