The Imitation Game

Drama/Thriller, GB/USA 2014
Cumberbatch verkörpert das Mathegenie Alan Turing

Cumberbatch verkörpert das Mathegenie Alan Turing

Die Turing-Maschine war die Grundlage für die Entwicklung von Computern, Alan Turings Entschlüsselung der Nazi-Chiffriermaschine "Enigma" ein kriegsentscheidender Beitrag. Gefeiert wurde der für seine Homosexualität geächtete britische Mathematiker dafür zu Lebzeiten nie. Das achtfach nominierte Oscar-Drama "The Imitation Game" von Morten Tyldum holt es nun nach.

London in den 40er-Jahren: Cambridge- und Princeton-Absolvent Alan Turing (Benedict Cumberbatch) ist 24 Jahre alt, als er seine Idee einer Universalmaschine, die sämtliche Probleme lösen kann, formuliert. Das Konzept zur Turing-Maschine lässt den britischen Geheimdienst auf ihn aufmerksam werden: Gemeinsam mit einer Gruppe Mathematiker soll der eigenwillige Kryptoanalytiker im Bletchley Park nahe London einen Weg finden, den Code der mechanischen Nazi-Chiffriermaschine "Enigma", über die sämtliche Funkkontakte der Deutschen laufen, zu knacken.

Eine schier unlösbare Aufgabe, verfügt "Enigma" doch über 159 Trilliarden Verschlüsselungsmöglichkeiten. Turings Ansatz, dass nur eine Maschine und kein Mensch diese Aufgabe lösen kann, löst Ablehnung und Skepsis aus, allen voran beim britischen Schachmeister Hugh Alexander (Matthew Goode). Erst Team-Neuzugang Joan Clarke (Keira Knightley) macht Turing mit einem Crashkurs an zwischenmenschlichem Umgang das Leben ein wenig einfacher. Mit Anwerfen seiner Maschine scheint Turing die Anerkennung ein wenig näher - doch ein ominöser Wohnungseinbruch droht, sein dunkelstes Geheimnis zu offenbaren und seine Arbeit zunichtezumachen.

Von einem Prostituierten als homosexuell geoutet, wird Turing 1952 wegen "grober Unzucht" vor Gericht gestellt - und unterzieht sich, um eine Haftstrafe zu vermeiden, einer Hormontherapie, die einer chemischen Kastration gleichkommt. Schwer depressiv nimmt er sich 1954 das Leben - und erfährt erst posthum 2009 durch die britische Regierung Anerkennung.

Abseits des spannenden Codeknacker-Plots überzeugt "The Imitation Game" des norwegischen Regisseurs Morten Tyldum ("Headhunters") vielmehr als Illustration eines Leidenswegs eines talentierten Mannes. Benedict Cumberbatch, der sich bereits als Sherlock Holmes-Darsteller für die BBC eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut hat und nun zunehmend in Hollywood Fuß fasst, verkörpert Turing in all seinen Eigenwilligkeiten, seiner scheinbaren Überheblichkeit, vor allem aber seiner Verletzlichkeit. Dafür darf er zu Recht auf einen Oscar in der Kategorie als bester Darsteller hoffen.

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