The Ides Of March - Tage des Verrats

Drama, USA 2011
In der Politik ist der idealistische Lack bald ab

In der Politik ist der idealistische Lack bald ab

Eine politische Lichtgestalt, ein ehrgeiziger Stratege, eine Praktikantin, Macht und Intrigen: George Clooneys neuer Film "The Ides Of March - Tage des Verrats" hat alle Zutaten eines klassischen Politthrillers. Dass das Drama alles andere als herkömmlich ist, verdankt es dem Regisseur, der den Film auch mitproduziert, das Drehbuch mitgeschrieben hat und als Nebendarsteller fungierte.

Im Mittelpunkt des Films stehen der charismatische und liberale Gouverneur Mike Morris (Clooney) und sein noch charismatischerer Pressesprecher Stephen Meyers (Gosling). Der junge Meyers ist voller politischer Ideale und will Morris - wie er sagt aus tiefster Überzeugung - dabei helfen, Präsidentschaftskandidat der Demokraten zu werden. Doch dazu muss Morris erstmal die Vorwahl in Ohio gewinnen. Der Film spielt im März, in den letzten, entscheidenden Tagen vor dieser Wahl und zeigt, wie der überaus talentierte Anfänger in den Wirbelsturm eines Skandals gerät, der ihn zu überrollen droht. Plötzlich muss Stephen Meyers sich selbst fragen, wie loyal, wie ehrlich und wie fair derjenige überhaupt sein kann, der im Politikgeschäft Erfolg haben will - und welche Prioritäten er selbst setzen möchte.

Mit "The Ides of March" beleuchtet ein Film einmal mehr die dunkle Seite des Politikgeschäfts. Denn das scheint einen Leitsatz zu befolgen, der in etwa so lautet: Du darfst alles tun in der Politik. Du darfst betrügen und lügen - so lange du nicht mit der Praktikantin ins Bett gehst. Parallelen zum Film "Bill McKay - Der Kandidat" von 1972 mit Robert Redford in der Hauptrolle sind nicht zu verleugnen. Clooneys Film, der in diesem Jahr das Filmfestival Venedig eröffnete, ist also sicher das, was man ein klassisches Politdrama nennen könnte - aber er ist genau so sicher alles andere als herkömmlich.

Das liegt vor allem an der hervorragenden Besetzung: Clooney selbst überzeugt als politische Lichtgestalt mit perfekter Fassade, Philip Seymour Hoffman ("Capote") als alternder Stratege, Evan Rachel Wood ("True Blood") als sexy Praktikantin mit einem erschütternden Geheimnis, Paul Giamatti ("The Illusionist") als erbitterter Gegner des Morris-Teams und Marisa Tomei ("The Wrestler") als üblicherweise ziemlich gut informierte Journalistin. Dass es Hauptdarsteller Gosling ("Wie ein einziger Tag") gelingt, dieses hochkarätige Team - und selbst den großen George Clooney - fast an die Wand zu spielen, das will schon was heißen. Er reißt den Film an sich, ist unglaublich präsent und zeigt, warum sein Regisseur und Kollege ihn möglicherweise zu Recht "einen der Besten seiner Generation" nennt.

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