The Grandmaster

Action/Drama, HK/RC/USA 2013
Es geht um Liebe, Ehre und Kung Fu

Es geht um Liebe, Ehre und Kung Fu

Kung Fu und Romantik? Für Filmemacher Wong Kar-Wai ist das kein Widerspruch. Das zeigt er in seinem neuen Werk "The Grandmaster".

Actionkino voller Poesie, Melancholie und Pathos - mit "The Grandmaster" begibt sich der auf sensible Liebesgeschichten spezialisierte Regisseur Wong Kar-Wai auf neues filmisches Terrain. Sein traumwandlerisch schöner, romantischer Film "In the Mood for Love" (2000) genießt bereits Kultstatus. Auch in der neuen Regiearbeit des chinesischen Filmemachers wird verzweifelt geliebt und kunstvoll gelitten. Doch dieses Mal sind die Argumente der Liebenden schlagkräftiger.

Für das Martial-Arts-Drama "The Grandmaster" ließ sich Wong von der Lebensgeschichte des legendären Kampfkunstmeisters Ip Man inspirieren, dem Mentor von Bruce Lee. Exzellente Hauptdarsteller in "The Grandmaster" sind Tony Leung ("In the Mood for Love", "Gefahr und Begierde") und Zhang Ziyi ("Tiger & Dragon", "Die Geisha"). Schauplatz ist China Mitte der 1930er Jahre. Vor dem Hintergrund von Kriegswirren und japanischer Besatzung treffen die Kung-Fu-Meister Ip Man (Leung) und Gong Er (Ziyi) aufeinander - er aus dem Süden, sie aus dem Norden des Landes. Ein Spiel um Ehre, Liebe, Begehren, Verrat und Rache beginnt.

Wong Kar-Wai arbeitet auch für die Geschichte vom Großmeister mit seinen typischen Zutaten: Dem Wechsel von Licht und Schatten, Musik und Stille sowie langen, intensiven Bildeinstellungen. Doch dieses Mal mischt er in die persönlichen Dramen der einzelnen Figuren eine kräftige Portion Spektakel, Lebensphilosophie und politische Anspielungen. Das Werk berauscht mit ausgeklügelten Kampfeinlagen, prächtigen Kostümen, feinsten Bildkompositionen und kongenialem Musikeinsatz. Den für westliche Betrachter manchmal schwer zu deutenden Ehrenkodex der Kung-Fu-Kämpfer überträgt Wong auf das Leben - ein Film voller Symbole und bedeutungsschwangerer Andeutungen, die die Story mitunter etwas prätentiös wirken lässt.

Vor fast 20 Jahren machte der chinesische Regisseur Wong mit "Ashes of Time" schon einmal einen Ausflug ins Martial-Arts-Genre. In "The Grandmaster" zeigt er nun eine neue Facette des Kampfkunst-Films: den philosophischen Actionfilm. Die in Zeitlupe durch die Luft wirbelnden Körper sind von Yuen Wo Ping ("Kill Bil") bis zur Vollendung choreographiert. Die auch erotischen Anziehungskräfte der Kämpfer spiegeln sich stets in ihren Bewegungen. Auch zersplitterndes Glas, tropfendes Blut und fallender Regen sind nicht nur Illustration, sondern haben immer eine tiefere Bedeutung.

Erzählt wird die Geschichte oft aus dem Off mit den Stimmen der Hauptfiguren. Das schafft eine somnambule Distanz zu den dramatischen Ereignissen - der Zuschauer kann am Ende manchmal nicht mehr zwischen Traum und Realität unterscheiden, will das aber vielleicht auch gar nicht.

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