The Founder

Drama, USA 2016

Michael Keaton schafft als Ray Kroc ein globales Imperium

Ray Kroc mag sich selbst als Gründer von McDonald's verkauft haben, aber die Wahrheit sieht ein wenig anders aus. In ‚The Founder‘ spielt Michael Keaton jenen Mann, der eine kalifornische Imbissbude in ein globales Imperium verwandelt hat. Die Geschichte der amerikanischen Fast-Food-Kette McDonald’s ist ein Lehrstück über Manipulation und Kapitalismus.

Anno 1954 lernen wir Ray Kroc (Keaton) kennen. Der Kerl ist Verkäufer mit Leib und Seele, der bisher eher erfolglos veruscht, Milchshake-Maschinen an den Mann zu bringen. „Egal was du hast – Hauptsache, du bringst es gewinnbringend unter die Leute“, lautet sein Motto. Auf der Suche nach einer zündenden Idee von der er sich Reichtum erhofft, stolpert er im Süden Kalifoniens über ein kleines Hamburger-Restaurant.

Vom Familienbetrieb zum globalen Imperium

Betrieben wird das Lokal McDonald’s von den Brüdern Mac (John Carroll Lynch) und Dick McDonald (Nick Offerman), die im Wesentlichen die Fast-Food-Kultur revolutioniert haben wie einst Henry Ford die Automobilbranche. Besonders herausragend ist die Fließbandeffizienz, mit der die knusprigen Pommes und die Hamburger in weniger als 30 Sekunden serviert werden. Geschäftsmann Kroc wittert Franchise-Potenzial: Ein schneller, „gesunder“, familienorientierter Ort wie McDonald’s, sagt er, könnte die „neue amerikanische Kirche“ sein.

Obwohl die Brüder Angst davor haben, die Qualität nicht in jeder Filiale kontrollieren zu können, willigen sie ein, mit Kroc zusammenzuarbeiten. Doch bald erkennen sie, dass sie einen Fuchs in ihren Hühnerstall gelassen haben. Um Geld zu sparen schlägt Kroc vor, Milchshakes künftig mit Wasser und Pulver zu produzieren, anstatt mit Eis und Milch – und noch weitere „Innovationen“ sollen folgen. Wie die Geschichte schlussendlich ausgeht, könnte aus dem Lehrbuch über Manipulation und Kapitalismus stammen: Gemeinsam mit seinem Finanzmanager Harry J. Sonneborn (B.J. Novak) verdrängt er Dick und Mac aus dem Geschäft, schaselt sie mit Aktienanteilen ab und begaunert die Zwei obendrein um ihren Familiennamen.

G’schmackiges Biopic mit saurem Nachgeschmack

Im Gegensatz zu Dokumentarfilmen wie ‚Super Size Me‘ versucht Regisseur John Lee Hancock (‚Saving Mr. Banks‘) in ‚The Founder‘ sorgfältig zu vermeiden, die Fast-Food-Kette zu beleidigen. Mehr noch: Die Kunden des Restaurants werden immer glückselig gezeigt, wenn sie in ihre saftigen Burger beißen. Auch Vollblutschauspielmaschine Michael Keaton macht das Beste aus seiner Fähigkeit, ein goldenes Grinsen mit einer Dosis Gruseligkeit zu liefern – einen Mann voller Zwiespältigkeit, mit der Vision von der heiligen Dreifaltigkeit: Gott, Amerika und Burger.

Kinotipps
Endzeit

Endzeit [KINOTIPP]

Carolina Hellsgård verfrachtet die Zombie-Apokalypse nach Weimar und Jena

Kinotipps
Die Eiskönigin 2

Die Eiskönigin 2 [KINOTIPP]

In der Frozen-Fortsetzung begeben sich Anna, Elsa, Kristoff und Olaf in die Tiefen des Waldes, um ein Geheimnis zu lüften

Kinotipps
Depeche Mode: SPIRITS in the Forest

Depeche Mode: SPIRITS in the Forest [KINOTIPP]

Abendfüllender Dokumentar- und Konzertfilm von Depeche Modes Global Spirit Tournee

Kinotipps
Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen [KINOTIPP]

Fortsetzung von Stanley Kubricks Horror-Meisterwerk Shining, mit Ewan McGregor in der Hauptrolle

Kinotipps
Invisible Sue - Plötzlich unsichtbar

Invisible Sue - Plötzlich unsichtbar [KINOTIPP]

Die aufregende Geschichte der 12-jährigen Sue, die in ein spannendes Abenteuer schlittert

Kinotipps
Gott existiert, ihr Name ist Petrunya

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya [KINOTIPP]

Satirischer Blick auf Religion und verkrustete Rollenbilder