The Fighter

Drama, USA 2010
Harte Buben

Harte Buben

Ein erfolgloser Boxer kämpft sich raus aus seinem tristen Leben, schafft es von ganz unten nach oben und findet dabei seine große Liebe - eine Heldenstory, wie sie sich Hollywood nicht besser hätte ausdenken können. Doch der triumphale Aufstieg des Boxweltmeisters Micky Ward in dem Drama "The Fighter" ist kein fiktiver Filmstoff, sondern eine wahre Geschichte.

 Während Darsteller Mark Wahlberg ("Departed - Unter Feinden") in der Hauptrolle überzeugt, brillieren Melissa Leo ("Frozen River") als herrisch-prollige Mutter und Christian Bale ("The Dark Knight") als drogenabhängiger Halbruder des Micky Ward. Für ihre Nebenrollen wurden diese beiden Schauspieler im Februar mit dem Oscar ausgezeichnet. Ein klassischer Boxfilm à la "Rocky" ist "The Fighter" dabei nicht - das Boxen steht im von US-Regisseur David Russell ("Three Kings") in Szene gesetzten Film nur an zweiter Stelle. Vielmehr geht es um die ebenso innige wie aufwühlende Beziehung zwischen Micky und seinem älteren Halbbruder Dicky Eklund (Bale), die durch dessen Drogensucht vor eine Zerreißprobe gestellt wird.

Während Dicky eine Boxlegende ist, hat es der introvertierte Micky aus dem Provinznest Lowell unweit von Boston nie herausgeschafft. Seine Tochter darf er nur einmal in der Woche besuchen und für seinen Lebensunterhalt pflastert er Straßen. Der warmherzige Dicky ist für das Training des talentierten Boxers zuständig, hat allerdings mit einer Cracksucht zu kämpfen und landet schließlich im Gefängnis. Alice, die Mutter der beiden, versucht derweil vergebens, lukrative Kämpfe für ihren Sohn zu organisieren.

Micky muss schmerzhafte Niederlagen einstecken, doch mit Hilfe seiner neuen Liebe Charlene (Amy Adams) bäumt sich der willensstarke Underdog-Boxer auf und startet einen letzten Versuch, in die Weltspitze vorzustoßen - allerdings ohne Mutter und Bruder. Mit seinem Alleingang droht Micky die verratene Familie zu verlieren und muss schließlich erkennen, wie sehr er seinen Clan für den großen Triumph braucht. "The Fighter" ist schonungslos und realitätsnah in seinen Bildern, fernab von Hollywood-Hochglanz und mit authentischen Charakteren, denen man ihre soziale Not ansieht. Bale etwa verkörpert eindrucksvoll den ausgemergelten und überdrehten Junkie Dicky, der von seiner ruhmreichen Boxer-Vergangenheit zerrt und gegen seine Drogensucht ankämpft.

 Zugleich ist das Drama fesselnd und bewegend durch seine Geschichte, die von unzerstörbarem Familienzusammenhalt und der Beharrlichkeit eines leidenschaftlichen Boxers erzählt, der niemals aufgibt. Zum Ende des Films zieht Russell den Zuschauer noch einmal besonders in den Bann: Mickys Kampf um den Weltmeistertitel in London wird zur Chance seines Lebens stilisiert - mit viel Blut und Schweiß, allerdings ohne dabei in überschäumenden Pathos und unpassende Sentimentalität abzugleiten.

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