The Expendables 2

Action/Abenteuer, USA 2012
Haudegen unter sich

Haudegen unter sich

Eigentlich gehören sie alle bereits ins Museum. Das ist Sylvester Stallone ebenso klar wie Arnold Schwarzenegger und den meisten anderen ehemaligen Actionhelden, die sich in "The Expendables 2" nach dem erfolgreichen ersten Teil ein weiteres Mal die Köpfe einschlagen.

Das Blut spritzt dabei mindestens so erbarmungslos wie die selbstironischen Kommentare, und die zusammengewürfelte Söldnertruppe ist an den Kinokassen so stark, dass die "Entbehrlichen" alles andere als verzichtbar wirken. Ab Donnerstag ist die Oldschool-Action mit dem hohen Nostalgiefaktor auch in den heimischen Kinos zu sehen.

Das Drehbuch, an dem Stallone mitgeschrieben hat, ist dabei ebenso notdürftig zusammengezimmert wie das Fluggerät, mit dem Barney Ross (Stallone) und seine Jungs (darunter Dolph Lundgren, Jason Statham, Jet Li und Liam Hemsworth) unterwegs sind. Der neue Auftrag von Mr. Church (Bruce Willis) führt die Gruppe - diesmal von der Chinesin Yu Nan begleitet - nach Osteuropa, um gefährliche Plutioniumstangen sicherzustellen. Als einer von ihnen kaltblütig ermordet wird, wird aus dem eigentlichen Routinejob eine persönliche Rachemission. Motto: "Track 'em, find 'em, kill 'em."

Die Helden aus den Actionfilmen der 1980er Jahre kämpfen mit allen Mitteln, zu Wasser und zu Lande, mit Schnellfeuerwaffen und mit Messern - und wenn es keinen Ausweg mehr gibt, taucht einer der Verbündeten wie aus dem Nichts auf: einmal wird Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger zum unterhaltsamen Deus ex Machina, einmal macht Chuck Norris seinem Ruf ("er isst keinen Honig, er kaut Bienen") alle Ehre. Und dass diesmal Jean-Claude van Damme als schlagkräftiger Gegenspieler mit an Bord ist (nachdem er beim ersten Teil noch abgesagt hatte), verleiht dem Film eine schön sadistische Note.

Genüsslich werden die einstigen Rivalitäten der Stars ausgelebt, darf das Gut-Böse-Schema des Kalten Kriegs wieder aufleben, werden Akzente und einstige Oneliner zelebriert. In einer Zeit, in der die Klassiker von Schwarzenegger ("Total Recall") und Stallone ("Dredd") gerade wieder als schwachbrüstige Remakes ihren Weg ins Kino finden, ist die postmoderne Zitateorgie - trotz der simplen Genreinszenierung durch Simon West - ein wahrer Segen. Ein dritter Teil ist angesichts der Einspielzahlen schon in Planung - und angeblich mit Nicolas Cage, Clint Eastwood, Harrison Ford und Wesley Snipes im Schlepptau...

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