The Equalizer

Action/Krimi, USA 2014
Man legt sich besser nicht mit McCall an

Man legt sich besser nicht mit McCall an

Die erste Zusammenarbeit mit Regisseur Antoine Fuqua bescherte Denzel Washington höchste Hollywood-Ehren: Für seine Interpretation eines selbstgerechten Polizisten in Fuquas "Training Day" bekam er 2002 seinen zweiten Oscar. Zwölf Jahre später setzt das Duo wieder auf einen Krimi, um ein möglichst großes Publikum zu unterhalten. Nun kommt der Actionthriller "The Equalizer" in die Kinos.

Denzel Washington brilliert darin als Robert McCall. Der scheinbar biedere Baumarkt-Angestellte führt ein exakt eingeteiltes Leben. Selbst morgens im Bad stoppt er die Zeit. Allnächtlich isst er im selben Lokal. Und wenn er Sex will, dann nur mit der Prostituierten Teri (Chloe Grace Moretz). Als die von ihrem Zuhälter zusammengeschlagen wird, verwandelt sich Robert in eine Bestie. Aus dem netten Mann von nebenan wird eine Mord-Maschine. Warum?

Zunächst ist es vor allem diese Frage, die für Spannung sorgt. Doch die Antwort gibt's bald. Das Geheimnis von Roberts Vergangenheit wird gelüftet. Dennoch bleibt es spannend. Denn Antoine Fuqua setzt auf einen klugen Kniff: Das Publikum weiß oft mehr als die Filmfiguren. So bleibt man als Zuschauer auch gefesselt, als der Russenmafia-Schurke Teddy Robert in die Knie zwingen will. Man ahnt, dass Teddy sich die Zähne ausbeißen wird. Oder kommt es doch ganz anders?

Die visuelle Gestaltung lässt keine Wünsche offen. Mit einer mehrfach eingesetzten Montage von Bildern voller Signalwirkung wird etwa effektvoll deutlich, wie es Robert immer wieder in kürzester Zeit gelingt, Situationen und Menschen exakt einzuschätzen. Wir als Zuschauer dürfen sozusagen ins Gehirn der Hauptfigur blicken. Im Kino krachender Effekte ist solche formale Qualität selten zu finden.

Dies und die schneidende Präsenz von Denzel Washington versöhnen denn auch mit der übermäßigen Brutalität und sogar damit, dass die Handlung im Lauf der Zeit doch sehr überschaubar wird. Und wenn man nach dem actionprallen Finale im Baumarkt nach Hause geht, überlegt man sich schweißgebadet, ob man die nächsten Nägel nicht doch lieber im friedlichen kleinen Greißler um die Ecke kauft.

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