The Drop - Bargeld

Krimi/Drama, USA 2014
Marv und Bob haben Ärger mit Tschetschenen

Marv und Bob haben Ärger mit Tschetschenen

Tom Hardy kann mit seinem Gesicht einen ganzen Film tragen - zuletzt in "No Turning Back", in dem er als einziger Schauspieler in einem fahrenden Auto die Spannung am Köcheln hielt. Und auch der neue Thriller "The Drop - Bargeld" lebt primär vom reduzierten Mienenspiel des Briten. In dem Streifen marginalisiert Hardy so selbst James Gandolfini in dessen letzter Rolle.

Bob Saginowski (Hardy) arbeitet in der Bar seines Cousins Marv (Gandolfini) in Brooklyn - eigentlich ein relativ harmloser Job, würde das Lokal nicht zugleich als Drop-Bar dienen, gleichsam ein Gelddepot für die Unterwelt. Aber auch die Geldwäsche ist an und für sich ein geruhsames Business, sodass Bobs einstweilen aufregendstes Erlebnis der Fund eines verletzten Pitbull-Welpen in einem Mülleimer ist. Dass er damit nicht nur Hundebesitzer wird, sondern durch den Fund auch mit der hübschen Hausbesitzerin Nadia (Noomi Rapace) in Kontakt kommt, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Als sich jedoch herausstellt, dass der Welpe Nadias psychopathischem Ex Eric (Matthias Schoenaerts) gehört und zwei Ganoven die Drop-Bar überfallen, spitzt sich die Lage etwas zu. Schließlich will die Unterwelt ihr Geld zurück. Und bald ist nur noch wenig so, wie es zunächst schien.

Dennoch kommt "The Drop" dabei in konventionellem Gewand daher. Die Welt des Films besteht primär aus Großaufnahmen zwielichtiger Typen, die in langen Dialogen ihre nur mühsam unterdrückten Aggressionen ausleben und jeden Moment aufeinander losgehen könnten. Der US-amerikanische Krimiautor Dennis Lehane präsentiert nach Clint Eastwoods "Mystic River" oder Martin Scorseses "Shutter Island" seine zurückhaltendere Seite. Dass er für die Verfilmung seine Kurzgeschichte "Animal Rescue" umgearbeitet hat, schlägt sich in einer entsprechend gemächlich voranschreitenden Erzählung nieder, müssen doch knapp zwei Stunden Leinwandzeit gefüllt werden.

Dass die Story dabei nicht versandet, liegt zum Teil am subtilen Humor, den Hardy mit seinem beinahe unbeweglichen Gesicht beisteuert, das streckenweise an Buster Keatons ungerührte Mimik angesichts der Unbilden der Außenwelt erinnert. Und als sprichwörtlicher Stichwortgeber darf ihm dabei ein letztes Mal der 2013 verstorbene James Gandolfini in einer Variation seiner Erfolgsrolle des Tony Soprano zur Seite stehen.

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