The Descent - Abgrund des Grauens

Abenteuer/Horror, GB 2005

Neil Marshalls "The Descent - Abgrund des Grauens" hat vielen Hollywood-Schockern eines voraus: Der Streifen bleibt bis zum (bitteren) Ende kompromisslos böse und ekelig. In klaustrophobischer Atmosphäre entwickelt sich ein Abenteuerfilm zur Schlachtplatte.

Der Inhalt: Jährlich bricht eine Gruppe von jungen Frauen zu einem gemeinsamen Abenteuer in freier Natur auf. Diesmal wollen die sechs Freundinnen eine Höhle erkunden. Als sie sich durch die dunklen Passagen quälen, stürzt einer der Gänge ein. Die Suche nach einem Ausgang wird zu einem Wettlauf mit der Zeit. Aber die eigentliche Gefahr droht nicht in Form von tiefen Schluchten, bröckelnden Gesteinsmassen und engen Schächten. In der Unterwelt leben nämlich Wesen, die sich über Nahrung freuen...

Marshall setzt nach "Dog Soldiers", seinem "Männerfilm", nun ausschließlich Frauen in die Falle, nicht ohne ihnen zuvor genügend Zeit für die Entwicklung ihrer Charaktere zu geben. Wenn der Thrill beginnt, weiß das Publikum, welche unterschiedlichen Typen im Schlamassel landen. Geschickt können dann der Regisseur und sein solides Ensemble mit den Persönlichkeitseigenschaften spielen. Das Grauen funktioniert so besonders gut. Doch "The Descent" ist trotzdem kein Psycho-Thriller, sondern in erster Linie ein Actionreißer, der zum blanken Horror mutiert.

Was die Schockmomente betrifft, kennt Marshall keine Grenzen: Nachdem er seine Darsteller in den Kampf gegen die Natur geschickt hat, beginnt der Albtraum erst richtig. Blut spritzt in Strömen, Schädel bersten, Kreaturen weiden ihre Opfer aus, Frauen schwimmen und robben durch Schleim, Eingeweide und Körperflüssigkeiten - die Altersfreigabe war den Machern offenbar völlig egal. Die Angst ist spürbar - bis zur letzten, alles andere als berechenbaren Szene. Und ganz tief drinnen steckt schwarzer, beißender Humor.

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