The Descendants

Komödie/Drama, USA 2011
George Clooney in einer ungewöhnlichen Rolle

George Clooney in einer ungewöhnlichen Rolle

In letzter Zeit war George Clooney vor allem als Politiker, Geschäftsmann oder anderer knallharter Bursche zu sehen. In "The Descendants" spielt er einen Vater, und schafft mal wieder den Spagat zwischen Lachen und Weinen. Nun hat er gute Chancen auf einen Oscar.

Weiße Strände, ewiger Sonnenschein, glückliche Menschen mit Blumengirlanden um den Hals - die Liste der Stereotype zum Thema Hawaii ist unerschöpflich. Und sonnig. Der erste Schlag kommt im neuen George-Clooney-Film "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten" deshalb gleich zu Beginn. So schön ist es auf Hawaii nämlich gar nicht, erklärt Clooney alias Rechtsanwalt Matt King dem Zuschauer, während in der Hauptstadt Honolulu dicke graue Regenwolken über hässlichen Wohnblocks hängen und die Armut in der Luft liegt.

Klischee Nummer eins ist gebrochen. Auch sonst räumen Clooney und Regisseur Alexander Payne in "The Descendants", der bei den Golden Globes kürzlich mit zwei Auszeichnungen belohnt wurde, mit einigen festgefahrenen Ansichten auf: Lachen und Weinen geht nämlich wirklich gleichzeitig, eine Familientragödie kann auch ohne Schmalz erzählt werden, und es gibt tatsächlich etwas, das selbst George Clooney eher unsexy aussehen lässt - Hawaiihemden nämlich.

Rechtsanwalt Matt King, gespielt von Clooney, muss sein Leben völlig neu ordnen, als seine Ehefrau nach einem Bootsunfall ins Koma fällt. Plötzlich muss er sich um seine zehn und 17 Jahre alten Töchter kümmern, und beide sind nicht unbedingt einfach. Dass er selbst seine eigene Frau kaum kannte, wird ihm klar, als er erfährt, dass diese eine Affäre mit einem anderen Mann hatte und sich eigentlich von ihm trennen wollte. Zu allem hinzu kommt der Ärger um geerbten Landbesitz, den Matt King und seine Familie verkaufen wollen. Ob aus dem Stück hawaiianischem Paradies ein Hotel mit Shoppingcenter wird, darf ebenfalls Matt King entscheiden.

Ob ihn die traurige Geschichte des Films nicht manchmal deprimiert habe, trotz aller komischen Momente, wurde Clooney gefragt. Nein, er habe eine wundervolle Zeit gehabt, erklärte er: "Wir waren auf Hawaii. Über wie hätte man da traurig sein sollen?"

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