The Dark Knight

Action/Drama, USA 2008
Heath Ledger ist in seiner letzten Rolle grandios

Heath Ledger ist in seiner letzten Rolle grandios

Batman ist einer der faszinierendsten Comic-Charaktere. Bis Christopher Nolan "Batman Begins" (2005) drehte, konnte keine Verfilmung der Vorlage gerecht werden. Der Regisseur schuf nun mit der Fortsetzung "The Dark Knight" (ab 21. August im Kino) einen subtilen wie spannenden Actionfilm mit tiefgründigen Figuren und einem großartigen, alles überstrahlenden Heath Ledger als Joker.

"Batman Begins" erzählte, wie Millionär Bruce Wayne zum Gerechtigkeitsfanatiker im Fledermauskostüm wurde (perfekt besetzt mit Christian Bale). Laute und grelle Kampfszenen gab es in dem vergleichsweise bescheiden beworbenen Streifen genügend, doch stand das Psychogramm des Helden im Vordergrund. Diesmal lässt Nolan, der mit seinem Bruder Jonathan auch das Drehbuch verfasste, die Erzrivalen des "dunklen Ritters" los: Joker und Two-Face. Obwohl es dadurch richtig rund geht, hat "The Dark Knight" so gut wie nichts mit Tim Burtons (oder den noch übleren nachfolgenden) Batman-Versionen gemeinsam.

Geschickt baut Nolan seine Geschichte auf, setzt auf Härte, vermeidet allerdings zugleich durch gewiefte Schnitte so manche expliziten Gewaltszenen. Die vielen Charaktere kommen inmitten der im IMAX-Format gedrehten Actionszenen erfreulich gut zur Geltung. Ein Beispiel: Agierte Katie Holmes im ersten Teil hübsch, aber belanglos als Batman-Freundin Rachel Dawes, so durfte Nachfolgerin Maggie Gyllenhaal einen für die Story essenziellen Part übernehmen. Holmes war schlecht beraten, diesmal nicht zur Verfügung gestanden zu haben: Sie verpasste damit die Chance, in einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten zu sein.

Auch wenn Bale erneut einen selbst für Comic-Insider zufriedenstellenden Batman abgibt, gehört der Großteil der Show dem nach Beendigung der Arbeiten verstorbenen Ledger. Sein Joker ist ein Anarchist mit Lust am Töten, ein Freak ohne Moral, eine Mischung aus Psychokiller und Terrorist, kein Clown wie jener Joker, den Jack Nicholson in Burtons "Batman" mimte. Die Szene, in der Ledgers Bösewicht mit verschmierter grotesker Schminke im Gesicht und im Schwesternkostüm aus einem Krankenhaus torkelt und dieses mit kindlicher Freude in die Luft jagt, muss künftig in den Top-Listen der stärksten Leinwandmomente überhaupt geführt werden.

"The Dark Knight" mag in Foren als Parabel auf den aktuellen Zustand der Welt gewertet werden. Ja, Nolan hat moralische Fragen bewusst eingebaut und ein von Trickeffekten aus dem Computer überwuchertes Heldenepos mit Happy End vermieden. Trotzdem ist der neue Batman im Grunde ein spannender, überaus unterhaltsamer und trotz zweieinhalb Stunden Dauer niemals banaler Blockbuster, der ausnahmsweise die hohen Erwartungen erfüllt. Die Fantastischen Vier und Co. mögen sich bitte leise zurückziehen.

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