The Cabin In The Woods

Horror/Thriller, USA 2011
Es waren einmal ein paar Jugendliche...

Es waren einmal ein paar Jugendliche...

Dass sich der moderne Teenie-Horrorfilm auf der Leinwand auch mit seiner eigenen Konstruktion auseinandersetzt und ironische Selbstreflexion betreibt, gehört mittlerweile zum Standard. "The Cabin in the Woods" der beiden "Buffy"-Macher Drew Goddard (Regie) und Joss Whedon (Drehbuch) treibt diese Haltung jedoch auf die Spitze. Am Ende steht eine große Dekonstruktion des Genres Horrorfilm.

Fünf Freunde - der durchtrainierte Curt (Chris Hemsworth), seine Freundin Jules (Anna Hutchison), der stets bekiffte Spaßkopf Marty (Fran Kranz), der sanfte Schöngeist Holden (Jesse Williams) und die jungfräuliche Dana (Kristen Connolly) - wollen das Wochenende auf einer einsamen Hütte verbringen. Unvermeidlich wecken sie, als sie den versteckten Keller des Hauses und dort ein altes Tagebuch entdecken, eine Familie von Redneck-Zombies, die über die jungen Leute herfällt.

So weit, so bekannt. Beobachtet wird das grausige Treiben allerdings aus der Ferne von zwei Wissenschaftern (Richard Jenkins, Bradley Whitford) als Alter Ego des Zusehers, die mittels Dutzender Kameras, Hormonversprühung und Regulierung der Temperatur sogar aktiv ins Geschehen eingreifen und Wetten über die Todesart der fünf Unglücksseligen abschließen. Offensichtlich steht hinter dem scheinbar einsamen Massaker im Wald etwas Größeres.

Mit seinem Spielfilmdebüt legt Drew Goddard zwar kein Werk vor, das sich auf dem Reflexionsniveau seines um ein D ärmeren Namensvetters bewegt. Der Filmemacher versteht sich jedoch auf eine intelligente Auffächerung der impliziten Dogmen des Horrorgenres nach allen Regeln der Kunst. Dem Zuschauer wird im einen Moment die Künstlichkeit des Geschehens vor Augen geführt, um ihn mit einem Fingerschnippen jedoch sogleich wieder in Angst und Schrecken zu versetzen.

Somit präsentiert sich "The Cabin in the Woods" anspruchsvoller als die legendäre "Scream"-Reihe und bietet einen bunten Zitatenschatz an legendären Horrorfilmen der vergangenen Jahre wie "The Cube", "Blair Witch Project" oder "Ringu", ohne dabei stehen zu bleiben. Und wenn am Ende Sigourney Weaver als Architektin auftaucht (wenn man die Parallele zum "Matrix"-Patron ziehen möchte), ist die Filmgeschichte um ein neues Werk der intelligenten Selbstbespiegelung reicher.

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