The Birth of a Nation

Drama, USA 2016

Nat Turner will Vergeltung

Nate Parkers ‚The Birth of a Nation‘, die wahre Geschichte eines versklavten Laienpredigers in Virginia, der 1831 eine zweitägige Revolte anzettelte, beginnt leise und endet in einer biblischen Feuersbrunst. Es ist ein unverblümter, unvollkommener Rachefilm über ein blutiges Stück US-Geschichte mit Bildern, die so stark sind, dass sie sich für immer ins Gedächtnis einbrennen.

Nach seiner Premiere beim Sundance Film Festival 2016 galt Nate Parkers ‚The Birth of a Nation‘, der von der größten Sklavenrebellion der US-Geschichte erzählt, auf Anhieb als der Oscar-Favorit. Parker, 36, brauchte sieben Jahre, um sein Traumprojekt zu realisieren - und gab dabei nicht nur sein Regiedebüt, sondern fungierte auch als Drehbuchautor und Hauptdarsteller.

Das Drama erhielt beim Sundance Film Festival sowohl den Großen Preis der Jury als auch den Publikumspreis - und wurde von Fox Searchlight für die Rekordsumme von 17,5 Millionen US-Dollar erworben. Doch kurz vor dem Kinostart wurde ein Vorfall aus dem Jahr 1999 Teil der Diskussion um den Film: Parker und ein Freund wurden einst von einer Studentin an der Universität von Pennsylvania beschuldigt, sie im Studentenwohnheim vergewaltigt zu haben. Beide wurden letztlich von den Vorwürfen freigesprochen, die Frau beging im Jahr 2012 Selbstmord. Nate Parkers Empathiemangel sorgte für Wirbel.

Darum geht's in ‚The Birth of a Nation‘:

Der kleine Sklavensohn Nat wächst auf einer Baumwollplantage in Virginia auf, ist aber mit Sam, dem Sohn des Besitzers, befreundet. Als sein Vater Isaac nach dem Mord an einem Sklavenjäger fliehen muss, nimmt ihn Sams Mutter Elizabeth (Miller) unter ihre Fittiche und bringt ihm das Lesen der Bibel bei. Nat wächst zum Mann (Parker) heran, mit seinem Herren Sam (Hammer) pflegt er meist ein freundschaftliches Verhältnis.

In der Sklavin Cherry (King) findet Nat eine Frau, die ihm eine Tochter schenkt. Als der Pfarrer erfährt, dass Nat lesen kann, überredet er Sam dazu, seinen Sklaven als Wanderprediger einzusetzen, um auch den Sklaven in Virginia das Wort Gottes zu verkünden. Doch als Nat das Ausmaß der Misshandlungen und des Leids erkennt, dem die Schwarzen auf den Plantagen ausgesetzt sind, ist ausgerechnet er es, der 1831 zum Aufstand aufruft.

Unsere Meinung zu ‚The Birth of a Nation‘:

Betrachtet man den Streifen für sich, so schuf Nate Parker mit ‚The Birth of a Nation‘ ein kompromisslos mitreißendes und hervorragend gespieltes Sklavenaufstanddrama nach authentischem Vorfall, das dem Oscar-Hit ‚12 Years a Slave‘ durchaus das Wasser reichen kann.

Kinotipps
Actionkomödie mit Unfällen, Explosionen und derben Sprüchen

Kinotipp: CHiPs

Zwei schräge Vögel geben bei der kalifornischen Autobahnpolizei Gas

Kinotipps
Michael Keaton schafft als Ray Kroc ein globales Imperium

Kinotipp: The Founder

Die Entstehungsgeschichte der Fast-Food-Kette McDonald’s

Kinotipps
Conni kämpft mit ihren Freunden gegen ein Hotelprojekt

Kinotipp: Conni & Co 2: Das Geheimnis des T-Rex

Emma Schweiger und ihre Freunde wollen diesmal eine Insel retten

Kinotipps
Gabrielle (Marion Cotillard) sehnt sich nach der absoluten Liebe

Kinotipp: Die Frau im Mond – Erinnerung an die Liebe

Marion Cotillard ist verrückt nach Männern

Kinotipps
Eine faszinierende Doku über rein visuelle Kommunikation

Kinotipp: Seeing Voices

Faszinierender Einblick in die Welt der Gebärdensprache

Kinotipps
Flavio Fornasa, Garderobier an der Mailänder Scala

Kinotipp: Secondo Me

Gemächliche Doku gibt Einblick ins Leben dreier Garderobiers