Ted

Komödie, USA 2012
Sein plüschiger Freund wird lebendig

Sein plüschiger Freund wird lebendig

Mark Wahlberg und Mila Kunis haben in der Live-Action-Komödie "Ted" einen ungewöhnlichen Co-Star. Das auf den ersten Blick niedliche Plüschtier wird als vulgärer Teddy-Bär lebendig.

Ted flucht, trinkt, kifft und stellt üppigen Blondinen nach. Genau der Typ, wie man ihn in derben Filmkomödien wie "Hangover" findet. Doch der kleine Unterschied bei "Ted" - der Star des schrägen Films ist ein Teddybär. "Ted" hält, was sein Werbeplakat verspricht. Ein Mann und sein Plüschtier stehen am Pissoir, Teddy mit einem Bier in der Hand. Schon damit ist klar, dass "Ted" kräftig unter die Gürtellinie geht. Doch der Humor kommt an: Der Film mit Stars wie Mark Wahlberg und Mila Kunis eroberte in den USA bereits die Kinocharts.

Etwas anderes wäre von dem Schöpfer der TV-Cartoon-Serie "Family Guy" auch nicht zu erwarten gewesen. Seth MacFarlane, der mit seiner frechen TV-Satire in den USA Kultstatus erreicht hat, gibt mit "Ted" sein Regiedebüt. Er hat auch das Skript geschrieben und verleiht dem Kuscheltier in der Originalversion seine Stimme.

Dabei fängt alles so niedlich an, wie ein weihnachtliches Disney-Märchen, im verschneiten Boston im Jahr 1985. Der einsame kleine John wünscht sich nichts sehnlicher, als einen treuen Freund. Da kommt der Teddy mit den braunen Kulleraugen unter dem Weihnachtsbaum gerade richtig. Für immer beste Freunde bleiben, verspricht er dem Kuscheltier, als eine Sternschnuppe vorbeirast.

Johns Wunsch, dass Teddy lebendig werden soll, geht in Erfüllung. Ted wird als Sensation gefeiert und tritt in Talk-Shows auf, doch irgendwann ist der Reality-Star vergessen, nur John bleibt seinem besten Freund treu. Das ist zwei Jahrzehnte später immer noch so. John, gespielt von Wark Wahlberg lebt auch mit Mitte Dreißig noch mit Teddy zusammen. Der hat längst eine tiefe Stimme und ist nicht mehr zu bändigen: Die Computer-Animatoren verwandeln das pummelige Stofftier in einen lautstarken Schwerenöter. Mit seiner witzigen Geschmacklosigkeit trifft MacFarlane meist ins Schwarze. Es ist tatsächlich zum Lachen, wenn Ted zur vulgären Hochform aufläuft und dabei manche Tabus überschreitet.

Nur Johns Freundin Lori, gespielt von "Black Swan"-Star Mila Kunis, geht das Buddy-Leben mit Trinkgelagen, Kiff-Partys und faulen Abenden vor der Glotze langsam auf die Nerven. Als Teddy einmal völlig über die Stränge schlägt - er hat ein paar Callgirls nach Hause eingeladen - muss sich John entscheiden: Plüschtier oder Freundin. Der Bär fliegt raus, doch das wilde Teddy-Treiben geht weiter.

Niemand ist vor MacFarlanes bissigem Humor sicher, weder Dicke und Schwule, noch Justin Bieber und Taylor Lautner. Dabei bedient sich der Regisseur reichlich bei trashiger Pop-Kultur. Nicht jede Anspielung ist auf Anhieb zu erkennen, aber es gibt so viel absurden Humor, dass man "Ted" kleine Längen gerne verzeiht.

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