Tanzträume

Dokumentation, D 2010
Mit Feuer dabei

Mit Feuer dabei

Treffpunkt "Kontakthof": 26 Jugendliche ab 15 Jahren kommen auf der Bühne zusammen. Sie praktizieren - tanzend - Annäherung, Zurückweisung, Angst, Zärtlichkeit. Über dieses Abenteuer, das Zusammenwachsen, das Aus-Sich-Herauswachsen und schließlich auch über eines der letzten Projekte von Pina Bausch haben Anne Linsel und Rainer Hoffmann auch den Doku-Kinofilm "Tanzträume" gedreht.

"Bei manchen Bewegungen denke ich jedes Mal an ihre Worte und Ratschläge", sagt Katharina, eine Tänzerin aus dem Film. Denn über das Tanztheater Wuppertal hat sich seit dem Tod Pina Bauschs im Vorjahr die Trauer gelegt. "Es ist ein tägliches Vermissen", sagt Benedicte Billiet, die das Stück mit den Jugendlichen einstudierte. "Aber die Arbeit hilft", ergänzt ihre Partnerin und langjährige Wuppertal-Tänzerin Josephine Ann Endicott. "Der 'Kontakthof' mit Jugendlichen war einer ihrer letzten Wünsche." Schon vor der Teenager-Version, die im November 2008 zum ersten Mal gezeigt wurde, hatte Bausch ihr Stück aus dem Jahr 1978 mit Senioren über 65 gezeigt - mit großem Tour-Erfolg bis heute. Und auch für die Jugend-Version ist eine Wartezeit für Veranstalter von drei bis vier Jahren üblich.

Die Choreographie ist seit 1978, ob mit professionellen Tänzern, Senioren oder Jugendlichen, unverändert geblieben. "Jeder bringt nur sein eigenes Gesicht mit", erklärt Billiet. "Das Besondere an den Jugendlichen ist die Frische, die Unbeholfenheit", blickt Endicott auf die lange Einstudierungszeit zurück: Eineinhalb Jahre, jeden Samstag, manchmal auch Sonntag, kamen die 43 Jugendlichen nach ihrem Casting in Wuppertaler Schulen zusammen. "Die konnten ja noch nicht einmal gehen, waren völlig körperunbewusst. Denen musste man erst einmal zeigen, dass sie am Arm eine Hand haben und man das spüren kann, dass man Schultern hat und einen Rücken."

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