Tango libre

Drama, F/B/L 2012
Jean-Christophe tanzt Tango mit Alice

Jean-Christophe tanzt Tango mit Alice

Es ist nicht leicht, über sich selbst hinauszuwachsen. Doch ab und zu können ungewöhnliche Methoden dabei helfen - ein Tanz zum Beispiel, der schon einmal ungeahnte Willensstärke freisetzen kann. Was dann geschieht, das zelebriert das Gefängnisdrama "Tango libre". Dieser kleine Film begibt sich auf die Suche nach der wahren Größe des Lebens.

Der Gefängniswärter Jean-Christophe hört auf den Spitznamen JC. Auch in seinem Leben ist alles irgendwie verkürzt. Jeden Tag geht er pünktlich zur Arbeit. Große Leidenschaft kommt in dem durchstrukturierten Alltag des Einzelgängers nicht auf.

Kein Wunder, dass JC sogar seinen Tangokurs mit technischer Präzision absolviert. Bis dort Alice auftaucht: Die schöne, junge Frau weckt neuen Lebenshunger in ihm, und der Wärter muss fassungslos feststellen, dass sie mit einem seiner Häftlinge - Fernand - verheiratet und mit einem zweiten - Dominic - auch irgendwie liiert ist. Eine Katastrophe - denn es ist JC eigentlich verboten, mit Angehörigen der Insassen Kontakte zu pflegen. Doch wenn Alice ins Gefängnis kommt, muss er sie einfach anstarren. Das fällt natürlich auch Fernand und Dominic auf. Und dann erfahren die beiden auch noch, dass Alice mit JC getanzt hat...

So wird der Tanz in "Tango libre" zur Allegorie: für den Lebensmut, mit dem Zwang gesellschaftlicher Normen und Ordnungen zu brechen. Dem belgischen Regisseur Frederic Fonteyne gelingt dieses Kunststück vor allem deshalb, weil er die Konflikte der Charaktere, die von Neurosen und Hysterien geplagt sind, mit liebevollem Humor fotografiert - und dafür mit Francois Damiens und Anne Paulicevich ein zauberhaftes Ensemble um sich schart.

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