Talea

Drama, A 2013
Mutter und Tochter nähern sich an

Mutter und Tochter nähern sich an

Regisseurin Katharina Mückstein schildert in "Talea" in behutsamer Weise die Annäherung eines Mädchens an seine Mutter, die bis vor Kurzem noch in einer Haftanstalt war. Dabei arbeitet Mückstein vor allem mit langen, ruhigen Einstellungen, die Sprache ist zwischen den beiden Personen zweitrangig. Die beiden Hauptdarstellerinnen Nina Proll und Sophie Stockinger agieren überzeugend.

Es ist eine klare und einfache Geschichte, die Katharina Mückstein auch genauso umsetzt: Die 14-jährige Jasmin (Sophie Stockinger) möchte mehr Kontakt zu ihrer Mutter Eva (Nina Proll), die offenbar gerade nach langjähriger Haft aus dem Gefängnis entlassen worden ist. Sie bringt die Mutter dazu, mit ihr ein Wochenende zu verbringen. Dabei wechselt das Verhältnis zwischen den beiden immer wieder, einmal wirken sie eher wie Freundinnen, dann doch wieder wie Mutter und Tochter. Sie gehen zusammen schwimmen und tanzen, wobei die bisher äußerst kontaktunfreudige 14-Jährige plötzlich aus sich herausgeht und für einige Augenblicke glücklich wirkt.

Mehrer Male müssen Fahrten mit dem Rad oder dem Zug als Bilder für den Weg zu den eigenen Wünschen und Vorstellungen herhalten, was aber nie aufgesetzt wirkt. In den kleinen Gesten der Mutter offenbart sich oft eine gewisse Hilflosigkeit, aber auch die Unfähigkeit, Gefühle zum Mädchen wirklich zuzulassen. Nina Proll schafft die Gratwanderung zwischen Gleichgültigkeit und unbeholfener Zuneigung auf beeindruckende, unsentimentale Weise.

Die 31-jährige Regisseurin Katharina Mückstein zeigt her, stellt vielleicht zur Diskussion, bietet aber keine Lösungen an. Am Ende gibt es kein Patentrezept für den schwierigen Umgang von Jasmin und ihrer Mutter miteinander, aber die Schlussszene zeigt ein Mädchen, das nicht mehr ganz so verschlossen ist und sich selbst mehr zutraut. Dabei stellt Sophie Stockinger unter Beweis, dass sie noch mehr kann als bockig dreinschauen und alles mit stillem, eindringlichen Blick verfolgen.

In TV und Kino finden: Sophie Stockinger, Nina Proll, Philipp Hochmair, Katharina Mückstein

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