Szep napok

/ , H 2002

In "Szep napok" (Schöne Tage/Pleasant Days), dem zweiten Langspielfilm des 28-jährigen ungarischen Regisseurs Kornel Mundruczo, ist die Welt trotz des Titels alles andere als schön. Peter ist die Hauptfigur der Geschichte. Er wurde soeben aus dem Jugendgefängnis entlassen.

Ein junges, blondes Mädchen sitzt auf dem Boden eines Wäscherei und murmelt mit starrem Blick ein obszönes Sprüchlein vor sich hin. In ihrem Mund ist ein weißer Plastiklöffel, mit dem sie Schmerzensschreie zu verhindern sucht. Das Mädchen - es heißt Maja - bringt nämlich auf dem Fliesenboden gerade ein Kind zur Welt, um es gleich an ihre Bekannte Maria zu verkaufen. Diese will mit dem Baby, das sie als ihr eigenes ausgibt, ihren in Deutschland arbeitenden Freund stärker an sich binden.

In der öden, gesichtslosen Provinzstadt, in der Peter lebt, gibt ihm nichts Halt: weder die inzestuös angehauchte Beziehung zu seiner Schwester Maria, noch sein bester Freund Akos, der sich bald als Erzeuger von Majas Kind entpuppt. Peters aufkeimende Liebe zu Maja, die von einem verheirateten Mann mittleren Alters ausgehalten wird, scheint für einen Augenblick Hoffnung zu geben. Doch im Kampf von Schwester und Freundin um das Baby, das Maja plötzlich wieder zurückhaben will, gerät er zwischen die Fronten - und er tut das einzig Falsche.

Mundruczo inszeniert diese Geschichte von Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit in stilisierten, in kalten Pastellfarben fotografierten Bildern. Die wenigen Dialoge sind durchwegs banal; in fast allen menschlichen Beziehungen ist eine aggressive Spannung zu spüren, die auch durch kindliche Spiele untereinander kaum zu verdecken ist. Einen Kontrast zur deprimierenden Lebenswelt der Protagonisten bildet die schick-coole Popmusik, die auf der Tonspur erklingt, und auch die fast unwirklich blaue Wasserfläche im Schwimmbecken des Freibades - ein wiederkehrendes Motiv des Films.

In der ursprünglichen Fassung des Streifens, der 2002 auf dem Filmfestival von Locarno den Silbernen Leoparden für den besten ersten oder zweiten Film gewann, erreicht Peter schließlich trotz allem das Ziel seiner Hoffnungen, das Meer.

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